Charme der Grenzregion - gemeinsam

Charme der Grenzregion - gemeinsam

Regionalverband. Wenn Walter Delarber, beim Regionalverband Saarbrücken zuständig für grenzüberschreitende Zusammenarbeit, den neu zu gründenden Eurodistrikt Saar-Moselle (siehe "Auf einen Blick") beschreibt, greift er zu großen Zahlen

Regionalverband. Wenn Walter Delarber, beim Regionalverband Saarbrücken zuständig für grenzüberschreitende Zusammenarbeit, den neu zu gründenden Eurodistrikt Saar-Moselle (siehe "Auf einen Blick") beschreibt, greift er zu großen Zahlen. 200 Kommunen und 1,1 Millionen Menschen, so sagt er, gibt es in den 15 Gemeindeverbänden hüben und drüben der Grenze, die dem Eurodistrikt nach dem Wunsch seiner Initiatoren angehören sollen. Und auf 1100 Quadratmetern wird sich das Gebilde, das bis 2009 arbeitsfähig sein soll, vom 20. bis zum 28. September auf der Saarbrücker Messe "Welt der Familie" präsentieren. Da aber ist Delarbers große Zahl nicht groß genug. 3000 Quadratmeter groß sind die Hallen 9 und 10, die dem Eurodistrikt gewidmet sind, und sie bieten mehr als 1500 Quadratmeter Netto-Ausstellungsfläche, korrigiert Saarmesse-Projektleiter Hans-Joachim Schubert lächelnd. Aus dem Bitcher Land kommt nach Delarbers Worten der größte Stand in den beiden Messehallen. Saarbrücken wird sich präsentieren, als Oberzentrum der Grenzregion und als Ort für Familien: "Kinder in der Stadt", heißt das Saarbrücker Messe-Thema. Der Saarpfalzkreis geht grenzüberschreitende Wege, macht gemeinsame Sache mit dem Stadtverband Saargemünd. Außerdem haben sich die lothringischen Kommunalverbände Forbach und Faulquemont angesagt. Sie alle wollen zeigen, was sie an Sehenswürdigkeiten zu bieten haben, an kulturellem Leben und an kulinarischen Attraktionen. Nach dem Abzug der Armee, die früher zentraler regionaler Wirtschaftsfaktor war, gewinne der Tourismus immer größere Bedeutung, sagt eine Vertreterin des Bitcher Landes. Armee dort, Bergbau hier: Strukturwandel auf beiden Seiten der Grenze - den, so Delarbers Plädoyer, packe man am besten gemeinsam an. Eben das sei auch ein "strategisches Ziel" des neuen Eurodistrikts: ein gemeinsames Standortmarketing für die Grenzregion, die bislang kein einheitliches Profil habe, weder wirtschaftlich noch touristisch. Aber das ist Theorie. Die Messe-Präsentation hingegen wird anschaulich sein. Mit üppigem Bühnenprogramm, das - ähnlich wie bei der Warndt-Präsentation auf der Reisemesse - Vereine, Initiativen, lokale Künstler bestreiten. Mit regionaler Küche im Bistro Saar-Moselle. Und mit vielfältigen Möglichkeiten, die Nachbarn von der anderen Seite der Grenze kennenzulernen. "Es geht darum", sagt Walter Delarber, "den Eurodistrikt sinnlich erfahrbar zu machen."

Auf einen BlickDer Eurodistrikt Saar-Moselle soll eine Weiterentwicklung des Vereins Zukunft Saar-Moselle Avenir (ZSMA) werden, zu dem sich 1997 saarländische und lothringische Kommunen im Raum um Saarbrücken zusammengeschlossen haben. Organisiert wird er als Zweckverband. Um bei Kommunalpolitikern für den Beitritt zum Eurodistrikt zu werben, hat ZSMA am Samstag, 27. September, neun Uhr, auf der "Welt der Familie" eine große Informationsveranstaltung organisiert. dd