1. Saarland

Chancen für Eiswein an der Obermosel stehen gut

Chancen für Eiswein an der Obermosel stehen gut

Perl. Zig Mal hat der saarländische Winzerpräsident Helmut Herber in den letzten Nächten den Temperaturstand im Perler Hasenberg geprüft - immer mit Erfolg. Das Quecksilber pendelt sich seit Tagen immer um die minus sieben Grad ein. Und glaubt man den Wetterfröschen, soll auch zum Jahreswechsel fast ganz Deutschland unter Dauerfrost liegen

Perl. Zig Mal hat der saarländische Winzerpräsident Helmut Herber in den letzten Nächten den Temperaturstand im Perler Hasenberg geprüft - immer mit Erfolg. Das Quecksilber pendelt sich seit Tagen immer um die minus sieben Grad ein. Und glaubt man den Wetterfröschen, soll auch zum Jahreswechsel fast ganz Deutschland unter Dauerfrost liegen. Die Chancen für die Eisweinlese an der saarländischen Obermosel stehen also in diesem Jahr sehr gut. Im benachbarten Rheinland-Pfalz an Saar und Ruwer wurde in diesen Tagen bereits der erste Eiswein gelesen. Um Eiswein zu lesen, müssen die Temperaturen unter minus sieben Grad liegen, die Trauben tief gefroren sein - und je kälter, desto besser. Läuft alles nach Plan, will der Winzerpräsident sogar in der Nacht zum heutigen Dienstag oder zumindest in den nächsten Tagen mit sechs bis acht Helfern den Wein lesen - noch bei Dunkelheit und bei klirrender Kälte. Die letzte Entscheidung falle in den frühen Morgenstunden, sagt der erfahrene Weinbauer. Auch sein Winzerkollege Ralf Petgen vom Weingut Ökonomierat Petgen-Dahm setzt auf den edlen Tropfen aus den eisigen Trauben und steht in den Startlöchern. Einiger Vorbereitung bedarf es schon: Bevor die nassen Herbsttage kamen, wurden die Reben mit einer Folie abgedeckt. Es soll verhindert werden, dass Regen den Fruchtzucker aus den Trauben auswäscht. Dann können die Winzer nur warten und hoffen, dass die Temperaturen unter sieben Grad absinken. Nur wenn die Beeren komplett durchgefroren sind, gibt es die Chance auf eine Topqualität der Weine. Trauben nach der Weinlese im Herbst bis Dezember oder gar Januar hängen zu lassen, ist für die Winzer meist mit einem beträchtlichen Risiko verbunden. Ohne Frost von minus sieben bis minus zehn Grad Celsius können die Trauben nicht gelesen werden - die Ernte ist dahin. Was aber macht Eiswein zu etwas Besonderem? Die Kälte sorgt für einen sehr konzentrierten Saft mit einem intensiven Aroma und mit einem Oechslegrad von mindestens 110. "Wir schätzen, dass wir aber deutlich drüber liegen", sagt Helmut Herber. Liebhaber mögen Eiswein als Aperitif oder zu süßen Desserts. mst