1. Saarland

CDU hat auch im Kreis die Nase klar vorn

CDU hat auch im Kreis die Nase klar vorn

Die CDU hat gestern die Landtagswahl im Saarland gewonnen. Auch im Kreis Merzig-Wadern lagen die Christdemokraten vor der SPD, und das sogar noch deutlicher als auf Landesebene.

Merzig-Wadern. Die CDU ist aus der gestrigen Landtagswahl auch im Kreis Merzig-Wadern als stärkste Partei hervorgegangen: Nach Mitteilung des Kreiswahlleiters in Saarlouis erreichten die Christdemokraten 38,8 Prozent der Wählerstimmen und lagen damit deutlich über dem Landesergebnis. Die SPD kam im Kreis auf 30,8 Prozent, was in etwa dem Landesschnitt entspricht. Die FDP schnitt im Kreis ähnlich schlecht ab wie auf Landesebene und erreichte 1,2 Prozent. Die Grünen kamen auf 4,0 Prozent und waren damit etwas schlechter als auf Landesebene, ebenso die Piratenpartei, die aber mit 6,8 Prozent auch in unserem Landkreis klar den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde schaffte. Die Linkspartei erreichte auf Kreisebene 14,2 Prozent, etwas weniger als im Gesamtergebnis.Diese Tendenzen bestätigten sich auch innerhalb des Wahlkreises Saarlouis, der die Kreise Merzig-Wadern und Saarlouis umfasst: Die CDU liegt leicht über dem Landesergebnis, die SPD ziemlich genau auf gleichem Niveau, Grüne, Linkspartei und Piraten leicht darunter.

Die CDU-Kreisvorsitzende Helma Kuhn-Theis erklärte am Sonntagabend, sie sei stolz, dass Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer es geschafft habe, die CDU als stärkste politische Kraft im Saarland zu behaupten. "Wir dachten eigentlich, dass es enger wird, umso froher sind wir über das jetzige Ergebnis." Aus Sicht von Kuhn-Theis haben die Wähler am Sonntag Kramp-Karrenbauer für ihre "mutige Entscheidung" belohnt, die Jamaika-Koalition zu beenden.

SPD-Kreischefin Anke Rehlinger räumte ein, dass ihre Partei ihr vorrangiges Wahlziel verfehlt habe, stärkste politische Kraft im Land zu werden. Sie führte dies auf eine "Demobilisierungskampagne von Oskar Lafontaine" in der Endphase des Wahlkampfs zurück. Das wiederholte Buhlen des Linken-Spitzenkandidaten um eine rot-rote Koalition "hat viele unserer Wähler verunsichert" und dazu geführt, dass diese nicht zur Wahl gegangen seien.

Zufrieden äußerte sich der Kreisvorsitzende der Linken, Elmar Seiwert: "Die Linken haben sich im Saarland etabliert, man kann uns nicht mehr nachsagen, dass wir eine Protestpartei sind." Die jetzt erreichten 16 Prozent seien "eine gute Basis, auf der wir für die Zukunft aufbauen können". Seiwert räumte ein, dass Spitzenkandidat Oskar Lafonatine einen ganz wesentlichen Anteil am guten Abschneiden der Partei gehabt habe.

Über ein "fantastisches" Abschneiden seiner Partei freute sich Michael Klein, Kreisvorsitzender der Piraten in Merzig-Wadern. Mehr als sieben Prozent im Land aus dem Stand erreicht zu haben - das gebe Grund zum Feiern. "Die Stimmung ist super." Das gute Abschneiden der Piraten führt Klein nur zum Teil auf Protestwähler zurück. "Ich glaube, dass viele Wähler uns auch eine Chance geben wollten, weil wir eine andere Politik machen. Das freut uns sehr."

 Groß war der Jubel in der CDU-Kreisgeschäftsstelle, als die Prognosen die CDU als Wahlsieger auswiesen. Foto: norbert Wagner
Groß war der Jubel in der CDU-Kreisgeschäftsstelle, als die Prognosen die CDU als Wahlsieger auswiesen. Foto: norbert Wagner

Vor allem erleichtert sei er, sagte Karl- Heinz Raczek, Vorsitzender der Grünen im Kreis. "Die Erleichterung überwiegt, weil wir den Einzug ins Parlament geschafft haben. Aber wir sind enttäuscht, dass es so knapp geworden ist." Ein Prozent mehr habe er sich vor der Wahl schon gewünscht, sagte er. Gründe für das Zitter-Ergebnis sieht der Grüne in lokalpolitischen Themen, "weil wir ja kommunal ganz unterschiedlich abgeschnitten haben". In Merzig, sagte Raczek, habe wohl das Nein der Grünen zur Nordsaarlandstraße zu dem mäßigen Abschneiden seiner Partei beigetragen. > Siehe auch Seite C 3