CDU-Fraktion spricht jetzt von "Saunagate"

Saarlouis. "Mit Bestürzung" hat die CDU-Stadtratsfraktion Saarlouis auf ein SZ-Interview mit OB Roland Henz zum Prüfbericht über die Wirtschaftsbetriebe Saarlouis (WBS) reagiert. Die Stadtspitze hatte darin Kritik der Prüfer an der früheren WBS-Geschäftsführung weitgehend als Bechreibung üblicher Praxis zurückgewiesen

Saarlouis. "Mit Bestürzung" hat die CDU-Stadtratsfraktion Saarlouis auf ein SZ-Interview mit OB Roland Henz zum Prüfbericht über die Wirtschaftsbetriebe Saarlouis (WBS) reagiert. Die Stadtspitze hatte darin Kritik der Prüfer an der früheren WBS-Geschäftsführung weitgehend als Bechreibung üblicher Praxis zurückgewiesen.CDU-Fraktionsvorsitzender Tim Flasche gestern: "Fakt ist, dass die Prüfer Verstöße der alten Geschäftsführung gegen Berichts- und Kontrollpflichten schon definitiv festgestellt haben. Fakt ist auch, dass ein Projekt, das vom Aufsichtsrat mit 1,6 Millionen Euro angesetzt war, 3,7 Millionen Euro gekostet hat, und dass dies Aufsichtsrat und Öffentlichkeit nur durch Zufall bekannt wurde. Wie schief muss etwas eigentlich laufen, damit der OB endlich Handlungsbedarf erkennt?"

Unter der Überschrift "Saunagate" schreibt Flasche, die CDU-Fraktion halte es für zynisch, dass der OB darauf verweise, bei den städtischen Gesellschaften seien die Wirtschaftspläne immer schon nicht richtig eingehalten worden. Selbst wenn dies zuträfe, "gab es noch nie die Situation, dass eine Geschäftsführung gleich mehrere Millionen in ein Projekt steckt, ohne dies dem Aufsichtsrat offenzulegen."

Zudem sei "unrichtig, dass die Geschäftsführung bislang keine Gelegenheit hatte, zum Prüfungsbericht Stellung zu nehmen. Die Prüfer haben dies über die jetzige Geschäftsführung ausdrücklich angefordert. Der OB ließ jedoch nur ausrichten, die Verwaltungsspitze teile die Auffassung der Prüfer nicht."

Abgesehen davon, "wieso der Aufsichtsrat nicht informiert wurde, wollen wir endlich wissen, warum die zusätzlichen Millionen überhaupt nötig waren", schreibt Flasche. we