CDU-Chef droht mit Rücktritt

CDU-Chef droht mit Rücktritt

Naßweiler. Vor der Entscheidung am morgigen Donnerstag im Gemeinderat (18 Uhr, Rosseltalhalle) hat die Diskussion um die Kindergärten weiter Fahrt aufgenommen

Naßweiler. Vor der Entscheidung am morgigen Donnerstag im Gemeinderat (18 Uhr, Rosseltalhalle) hat die Diskussion um die Kindergärten weiter Fahrt aufgenommen. Bei einer Bürgerversammlung am Montagabend in nahezu bis auf den letzten Platz besetzten Dorfgemeinschafthaus in Naßweiler stritten sich Ortsvorsteher Hans-Werner Franzen und sein Genosse, Bürgermeister Jörg Dreistadt, auf dem Podium.Und Christdemokrat Hans-Jürgen Contini droht sogar, von seinem Amt als Vorsitzender des CDU-Ortsverbandes Naßweiler zurückzutreten, sollten seine Parteikollegen im Gemeinderat - wie sie bereits angekündigt haben - für den Kindergarten in Dorf im Warndt stimmten.

Der Elternausschuss des Naßweiler Kindergartens um Sprecherin Bianka Dirk hatte zur Versammlung eingeladen. Die Mitglieder brachten erneut ihre Argumente für den Kindergarten in Naßweiler vor, argumentierten unter anderem mit der Grenznähe und dem guten Kontakt zu den französischen Kindergärten. Demnach bliebe danach nur das so genannte Drei-Standorte-Modell.

Bürgermeister Dreistadt betonte dagegen: "Schon 2016 wird es 22 Prozent weniger Kinder bei uns geben." Deshalb sei das Modell mit den drei Standorten in Großrosseln, Dorf im Warndt und Naßweiler nicht zu halten. Dreistadt plädierte erneut für einen Neubau in Dorf im Warndt, "auch wenn mir das als Bürger Naßweilers und Großvater eines Kindes persönlich wehtut".

Ortsvorsteher Franzen kritisierte vor allem die Geschwindigkeit, mit der offenbar ein Entschluss herbei geführt werden solle: "Ich bin erstaunt, dass man versucht, eine solch nachhaltige Entscheidung so schnell durchzuboxen."

Zuhörer Harald Neudeck äußerte Verständnis dafür, dass ein Kindergarten bei den Kindern gebaut werde. Davon leben derzeit mehr in Dorf im Warndt. Er gab aber zu bedenken: "Sollte man nicht das durch den Bergbau gebeutelte Naßweiler etwas attraktiver machen?" Wenn es einen Kindergarten gebe, zögen auch junge Familien in den Ort.

SPD-Ortsratsmitglied Jörg Wagner fühlte sich nach Schilda versetzt: "Grundschule und Kindergarten wurden erst saniert und dann wegen der Statik für unbrauchbar erklärt." Wagner: "Ich hoffe, dass die Ortsteile St. Nikolaus, Emmersweiler und Naßweiler nicht von der Entwicklung abgehängt werden und Naßweiler den Kindergarten behält." Bianka Dirk wollte die Statistik, nach der der Kindergarten in Dorf im Warndt bei den Eltern beliebter ist, nicht unkommentiert lassen. "Vielleicht bringen viele Eltern ihre Kinder ja dorthin, weil sie sie nicht in einem Container-Kindergarten wie derzeit in Naßweiler unterbringen wollen." Und so begründete Hans-Jürgen Contini seine Rücktrittsdrohung: "Den Kindergarten in Dorf im Warndt zu bauen, ist eine schlechte Lösung. Sie verhindert eine gleichmäßige Entwicklung der Orte im Südwarndt. Sie dient in erster Linie der Mehrheitsbeschaffung im Rat."