CDU beim Wahlkampffinale in Saarbrücken mit Kramp-Karrenbauer und Hans

Saar-CDU-Wahlkampf auf Zielgeraden : „Irgendwann hat es sich ausgeherzt“

Saar-CDU-Chef Tobias Hans und CDU-Bundes-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer nehmen beim Wahlkampffinale die Saarbrücker Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) ins Visier.

(fu) Die Saar-CDU hat sich gegen Ende ihres Wahlkampfs mit großem Selbstbewusstsein präsentiert. CDU-Landeschef Tobias Hans zeigte sich angriffslustig, Annegret Kramp-Karrenbauer staatstragend. Die Bundeschefin der Union war am Donnerstagabend als Wahlkampfhelferin ins E-Werk nach Saarbrücken gekommen. Sie schlug eine Brücke zwischen Kommunal- und Europawahl, die am Sonntag gemeinsam stattfinden. „Es gibt keine große und kleine Politik, es gibt nur gute und schlechte“, sagte Kramp-Karrenbauer eingangs. Sie beschwor das Heimatgefühl als gesellschaftliche Basis. „Nur wo Menschen sich daheim fühlen, haben sie das Gefühl, diese Gemeinschaft funktioniert“, sagte sie.  
Kritisch äußerte sich Kramp-Karrenbauer über Saarbrücken. Eine Landeshauptstadt wirke ins ganze Land hinein, in die gesamte Region, sagte sie. „Saarbrücken ist unter seinen Möglichkeiten geblieben.“ Leidenschaftlich und mit großer Ausführlichkeit widmete sich Kramp-Karrenbauer in ihrer 45-minütigen Rede der EU. Sie sagte: „Wir haben ein starkes Europa geerbt, damit wir daraus ein noch stärkeres machen.“


 CDU-Landeschef Hans verwies auf die guten Umfragewerte seiner Partei. Der Ministerpräsident ließ die große Koalition im Saarland an diesem Abend pausieren. Intensiv arbeitete sich Hans an der SPD ab - von der Landeshauptstadt über den Koalitionsstreit um Lehrerstellen bis zur Enteignungsdebatte um Juso-Chef Kevin Kühnert. Mit Blick auf die Saarbrücker OB Charlotte Britz, die im Wahlkampf ebenso wie Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (beide SPD) auf Empathie setzt, meinte Hans: „Irgendwann hat es sich ausgeherzt, die Leute wollen Taten sehen.“  An die Adresse von Bildungsminister Ulrich Commerçon (SPD) gerichtet, sagte er: „Wenn es ums Geld geht, würden wir niemals von natürlichen Feinden reden.“ Commerçon hatte im Konflikt um Lehrerstellen gesagt, der Kultusminister sei der natürliche Feind des Finanzministers - Peter Strobel von der CDU.

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