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Buslinien: Landrat drängt auf bessere Leistung

Buslinien: Landrat drängt auf bessere Leistung

St. Wendel. Im Streit um den neuen Busanbieter im Landkreis St. Wendel meldet sich nun auch Landrat Udo Recktenwald (CDU) zu Wort

St. Wendel. Im Streit um den neuen Busanbieter im Landkreis St. Wendel meldet sich nun auch Landrat Udo Recktenwald (CDU) zu Wort. Auslöser für den Ärger: Zu Jahresbeginn hatte das Weiskircher Busunternehmen Behles nach einem Ausschreibeverfahren durch die Kreisverwaltung die Nahverkehrslinien 602 (nach Türkismühle), 603 (nach Freisen) und 604 (ins Ostertal) von der bahneigenen Gesellschaft Saar-Pfalz-Bus übernommen. Doch bereits wenige Tage nach dem Neustart am 2. Januar hagelte es heftige Kritik. Die Beschwerden reichten von maroden Bussen und unfreundlichen Fahrern bis hin zu gestrichenen Verbindungen am Wochenende und Abend (wir berichteten).Daraufhin lud Recktenwald die Verantwortlichen der Weiskircher Firma zu einem Spitzengespräch ins Landratsamt. Erklärtes Ziel: "Es muss umgehend eine Lösung im Interesse aller Busnutzer gefunden werden." Im Verlauf des Gesprächs sollen Behles-Vertreter zugesagt haben, dass die Probleme beim Schülertransport durch die seit gestern geänderten Fahrpläne ausgeräumt seien.

Die Kritik am regulären Linienverkehr soll mit dem modifizierten Fahrplan ebenfalls der Vergangenheit angehören. Einzelfälle in zeitlichen Randlagen würden in den nächsten Tagen separat geprüft. Über mögliche Lösungen werde in weiteren Gespräch zeitnah entschieden, hieß es dazu aus dem Landratsamt.

Sorgen bereiteten derzeit noch die Zusammenarbeit der beiden im Landkreis tätigen sowie teils konkurrierenden Verkehrsunternehmen Saar-Pfalz-Bus und Behles.

Weitere Beschwerden zum Schülerverkehr habe es nach Angaben eines Sprechers der Kreisverwaltung bis Montagnachmittag nicht gegeben. Dem widersprach der Vorsitzende der Schulregionkonferenz, Alexander Zeyer. "Der Betreiberwechsel hätte viel besser geplant werden müssen", kritisierte er am Montag.

Viele Schüler kämen wegen verspäteter Busse unpünktlich zum Unterricht oder am Nachmittag verspätet oder sogar überhaupt nicht nach Hause. Besserungen sei noch nicht in Sicht. Zeyer: "In den vergangenen Tagen haben mich viele Nachrichten über Probleme mit dem Busverkehr erreicht. Ich habe daraufhin den Landkreis darüber unterrichtet. Nach neuesten Informationen hat sich die Lage nicht deutlich verbessert."

Probleme und Beschwerden gebe es von Schülern der St. Wendeler Gymnasien Wendalinum und Cusanus vor allem über die Strecken von Oberkirchen und Tholey in die Kreisstadt sowie über die Busse vom innerstädtischen Bahnhof hin zu den Schulen. Foto: dia-saar.de/SZ

Foto: privat/SZ

Hintergrund

Die Ursache der Anlaufschwierigkeiten beim in der Region neuen Busliniennetzbetreiber Behles aus Weiskirchen sieht ein Sprecher der St. Wendeler Kreisverwaltung darin, dass kurzfristig ein neuer Anbieter für die Linien 602, 603 und 604 gefunden werden musste. Zwei Unternehmen hätten im Vorfeld ein Angebot für die genannten Linien abgegeben: erneut die bahneigene Gesellschaft Saar-Pfalz-Bus als bisheriger Betreuer der besagten Strecken und die Firma Behles.

Saar-Pfalz-Bus habe jedoch geplant, die bis zum Jahreswechsel gültigen 241 Fahrten pro Woche auf 167 zu reduzieren. Mit dem Argument: Verschiedene Fahrten des alten Fahrplans seien unrentabel gewesen und deshalb ersatzlos zu streichen. Nach Angaben aus der Kreisverwaltung habe das Unternehmen geplant, weit mehr Fahrten wegfallen zu lassen als aktuell Behles.

Das Behles-Angebot umfasste 202 Fahrten. Verschärfend sei hinzugekommen, dass die Saar-Pfalz-Bus geplant habe, samstags gar keine Busse mehr auf den betroffenen Linien einzusetzen und auch das Abendangebot noch stärker zu reduzieren.

Dazu der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (CDU): "Wir wollen möglichst kostengünstig das bestmögliche Fahrplanangebot für die Bürger. Mit dem bisherigen Betreiber wäre ein wesentlich teureres und ausgedünntes Angebot erfolgt. Deshalb war der Wechsel im Interesse der Nutzer. Wenn es darüber hinaus jetzt noch Bedarf gibt, werden wir dies prüfen." vsc