Bundeszuschuss für Aufklärung über Nazi-Verbrechen im Ex-Gestapolager Saarbrücken

Aufklärung über Nazi-Verbrechen im Saarland : Grütters hilft Landesjugendring Saar bei Neue-Bremm-Projekt

Das Projekt „Damit kein Gras drüber wächst“ zur Aufklärung über NS-Verbrechen wird gefördert.

Wenn in Thüringen am vergangenen Sonntag nur die 18- bis 25-Jährigen zur Wahl gegangen wären, wären Björn Höcke und die AfD die stärkste Kraft geworden. Ein sehr lauter Weckruf an die Demokraten im Land, sich mit der deutschen Geschichte auseinanderzusetzen. Das tut der Landesjugendring Saar bereits seit Längerem mit seinen Informations- und Pflegeprojekten („Buddeln und Bilden“) auf dem Gelände der ehemaligen Nazi-Folter- und Mordeinrichtung in Saarbrücken, dem „Gestapo-Lager Neue Bremm“ an der Metzer Straße kurz vor dem Grenzübergang nach Stiring-Wendel. Wie der Vorstand des Landesjugendrings Saar (LJR) am Freitag mitteilte, will er diese Aufklärungsarbeit über die NS-Verbrechen in den nächsten drei Jahren intensivieren. An der Gedenkstätte sollen künftig regelmäßig Projekttage mit Methoden der außerschulischen Jugendarbeit angeboten werden, teilte LJR-Geschäftsführer Georg Vogel mit. Die Bundes-Förderung des LJR-Projektantrags „Damit kein Gras drüber wächst“ sei kürzlich aus dem Haus der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters (CDU), bekannt gegeben worden. Unterstützt werde das LJR-Projekt aus dem Förderprogramm „Jugend erinnert“. Über drei Jahre könne ab 2020 damit eine Vollzeit-Fachkraft mit dieser Aufgabe betraut werden.

„Mit dem Projekt können wir ein immens wichtiges Anliegen der Jugendverbände weiterentwickeln. Die Erinnerungsarbeit wird dabei besonders von der Methodenvielfalt unserer Jugendbildungsarbeit profitieren“, betonte LJR-Chef Tobias Wolfanger (Karnevalsjugend/SPD). Ebenso wie das jährliche gemeinsame Arbeitswochenende „Buddeln und Bilden“ solle dabei auch das neue Projekt „Damit kein Gras drüber wächst“ interregional ausstrahlen und junge Menschen aus Lothringen und Luxemburg mit einbeziehen, sagte Wolfanger.

„Die aktuellen rechtsextremistischen und menschenfeindlichen Tendenzen sind uns ebenfalls wichtige Projektinhalte“, betonte Wolfanger. Der Einsatz des LJR, in dem mehr als 20 der wichtigsten Jugendverbände zusammengeschlossen sind, für das demokratische Gemeinwesen gründe auch in der Erinnerung. „Der Nationalsozialismus begann mit diskriminierendem und menschenfeindlichem Hass. Er steigerte sich nach und nach bis zum Terror und Massenmord“, erklärte Wolfanger.

An diesem Samstag, 2. November, liest die Historikerin Elisabeth Thalhofer um 11 Uhr im Hotel Mercure am Ex-Gestapolager-Gelände auf Einladung der Initiative Neue Bremm und der Landeszentrale für politische Bildung aus ihrem Standardwerk über die Lagergeschichte.

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