Bundestagsabgeordneter sieht neue Chance für Niedtalstrecke

Bahn : Bundestagsabgeordneter sieht neue Chance für Niedtalstrecke

Die grenzüberschreitende Verbindung könnte von Deutschland und Frankreich per neuem Elysée-Vertrag reaktiviert werden.

Für die Reaktivierung der Niedtalstrecke zwischen Bouzonville und Dillingen gibt es neue Hoffnung. Nach Angaben des saarländischen Bundestagsabgeordneten Christian Petry (SPD) befindet sich die Strecke im Entwurf einer Liste mit deutsch-französischen Projekten, die beide Staaten als Anlage zum neuen Elysée-Vertrag beschließen wollen. Angemeldet für die Projektliste hatte die Strecke Petry selbst, wie er der SZ sagte. Der Illinger ist einer von neun Bundestagsabgeordneten in einer 18-köpfigen Arbeitsgruppe von Abgeordneten beider Staaten zum Elysée-Vertrag.

Die Niedtalstrecke wird von der Bahn derzeit nur von Dillingen bis Niedaltdorf 900 Meter vor der deutsch-französischen Grenze befahren, den Streckenabschnitt bis zur Grenze will die Bahn verkaufen. Der grenzüberschreitende Güterverkehr war vor Jahren eingestellt worden. Die Firma Bahnlog würde die Strecke gerne für Kalkzüge aus Frankreich zur Dillinger Hütte nutzen, allerdings gestalten sich die Verhandlungen von Bahnlog mit den Netzgesellschaften von Bahn und SNCF nach Darstellung des saarländischen Verkehrsministeriums „äußerst zäh“.

Die Projekte auf der deutsch-französischen Liste sollen von den Regierungen beider Staaten abgearbeitet werden. Eine neue Parlamentarische Versammlung aus jeweils 50 Abgeordneten beider Parlamente soll laut Petry darauf achten, dass die Projekte auch wirklich umgesetzt werden. Nach Petrys Einschätzung sind damit die Chancen auf eine Reaktivierung der Niedtalstrecke und mittelfristig auch für eine Bahnverbindung Saarbrücken – Luxemburg gestiegen.

Die AfD-Fraktion im Landtag forderte, die Niedtalstrecke künftig für die Anbindung Luxemburgs zu nutzen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) müsse den Erhalt der Strecke auf die Tagesordnung der nächsten deutsch-französischen Konsultationen setzen lassen. Dies sei ein klassisches Beispiel, wie die Bahn aus rein ökonomischen Gründen ganze Landstriche abhänge und die Bundesregierung tatenlos zusehe.

Die Grünen forderten unterdessen eine rasche Elektrifizierung aller Eisenbahnstrecken im Saarland. Elektrifizierte Bahnstrecken machten nicht nur ökologisch Sinn, sondern auch ökonomisch: Der Verkehr werde billiger, reibungsloser und durchgängiger, die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene erhöhe sich. Das Saarland spare dadurch langfristig viel Geld, weil die Betriebskosten für Dieselfahrzeuge um etwa 50 Prozent höher lägen.

Eine Elektrifizierung der Niedtalstrecke ist nach Auskunft des saarländischen Verkehrsministeriums derzeit nicht geplant. Die Wirtschaftlichkeit einer solchen Maßnahme sei nicht gegeben, hieß es.

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