1. Saarland

BUND Saar und Minister Jost rufen zum Kauf regionaler Lebensmittel auf

Aufruf zur reginalen Ernährung : Gemüse aus der Heimat nützt nicht nur Verbrauchern

BUND Saar und Verbraucherschutzminister Reinhold Jost rufen zum Kauf regionaler Lebensmittel auf.

„Bleibe im Lande und nähre dich redlich!“: Dieser von Martin Luther ins Deutsche übersetzte Bibel-Psalm kann zu einem Motto der Corona-Krise werden. Denn mit dem Reisen oder Auswandern ist es aufgrund der Ausgangsbeschränkungen, geschlossener Grenzen und Flughäfen zurzeit schlecht bestellt. Und bei der Ernährung fällt der Blick auch vermehrt auf die heimische Scholle. So rufen jetzt die saarländische Naturschutzorganisation BUND und der Saar-Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD) dazu auf, den regional erzeugten Lebensmitteln beim Einkauf den Vorzug zu gegeben.

Die nächsten Wochen und Monate könnten entscheidend dafür sein, wie unsere Orte und vor allem Innenstädte zukünftig aussehen werden, mahnt der Saar-BUND-Chef Christoph Hassel. Denn neben den gesundheitlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie würden auch wirtschaftliche Veränderungen zu sehen sein. „Vor allem kleine Läden und die Gastronomie vor Ort leiden unter den Auswirkungen der Corona-Krise, während große Online-Händler und europaweit agierende Lieferplattformen steigende Umsätze verzeichnen“, beklagt Hassel.

Der BUND Saar rufe daher die Menschen dazu auf, durch ihr Einkaufsverhalten die regionalen Strukturen zu stärken. Lokal einzukaufen helfe den Kleinunternehmen, sichere Arbeitsplätze vor Ort und vermeide Verkehr. „Jeder Einkauf ist dabei auch ein Zeichen der Solidarität mit dem Einzelhandel, der Gastronomie oder dem Marktstand auf dem Wochenmarkt.“

Auch viele kleinere Läden, die bislang nicht über ein Online-Angebot verfügten, hätten jetzt neue Angebote. Es lohne sich also danach zu suchen, bevor direkt bei den bekannten Online-Konzernen bestellt werde, sagt Hassel. Und auch bei Essensbestellungen solle geschaut werden, ob das Restaurant um die Ecke nicht auch selbst liefere. So könnte der Zwischenschritt der Lieferplattform gespart werden und es bliebe mehr Geld beim Gastronomie-Betrieb.

Hassel weiter: „Wer lebenswerte Städte und Ortskerne erhalten will, muss die Geschäftstreibenden vor Ort unterstützen. Nur so kann eine Verödung verhindert und die Nahversorgung dauerhaft gesichert werden.“

Eine Stadt der kurzen Wege, in der man gut ohne eigenes Auto leben kann, brauche eine gute Nahversorgung. Gleichzeitig könnten kleinere Geschäfte leichter lokale Anbieter bei ihrer Produktauswahl berücksichtigen, meint Hassel. An die Einzelhändler und Gastronomen vor Ort appelliert er: „Bitte liefern Sie, wo immer möglich, mit dem Fahrrad aus, bündeln Sie ihre Lieferungen und verzichten Sie weitgehend auf Umverpackungen aus Kunststoff. So kann Ihre Lieferung noch nachhaltiger werden!“

Minister Jost stößt ins selbe Horn. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie bekämen auch die Landwirtschafts- und Gartenbaubetriebe in der Region deutlich zu spüren, sagt Jost. Und betont: „Es sind ausreichend Lebensmittel vorhanden. Große Teile der Produktpalette können von den regionalen Versorgern abgedeckt werden.“ Die heimischen landwirtschaftlichen Betriebe und Gärtnereien sorgten fortwährend und trotz der allgemeinen Beschränkungen für einen ausreichenden Nachschub an hochwertigen und frischen Produkten. Ob frische Salate, Gemüse, Fleisch, Milch oder Eier – die saarländischen Produzenten beliefern die Märkte direkt aus ihren Betrieben. In Kürze gesellten sich saisonale Produkte wie Spargel und Erdbeeren dazu.

Das große regionale Angebot werde leider allerdings kaum wahrgenommen: „Meist wird aus Angst vor dem Corona-Virus der verpackten Ware der Vorzug gegeben und frische Produkte verderben in den Regalen“, sagt Jost. Diese Angst sei jedoch unbegründet. Kurze Lieferwege, Sicherheitsvorkehrungen und genaue Kontrollen schlössen eine Kontamination nahezu aus.

Auch Jost appelliert an die Verbraucherinnen und Verbraucher: „Kaufen Sie frische, regionale Produkte bei den Landwirten und Gärtnern in Ihrer Nähe und unterstützen Sie damit die heimische Produktion.“ Viele landwirtschaftliche Betriebe nehmen zudem Vorbestellungen entgegen, die die Kunden bequem abholen können. Vor dem Verzehr unverpackter Produkte gelte natürlich immer: gründlich waschen.