1. Saarland

Bürger wollen informiert werden

Bürger wollen informiert werden

Die vergangenen Tage boten eine Mischung an Emotionen, wie sie nicht allzu häufig vorkommt. Während die einen ausgelassen auf Straßen, in Sälen oder Kneipen Fastnacht feierten, war den anderen überhaupt nicht nach Fröhlichkeit zumute, im Gegenteil: Wut und Unverständnis herrschten zu Beginn der Woche im Ostviertel

Die vergangenen Tage boten eine Mischung an Emotionen, wie sie nicht allzu häufig vorkommt. Während die einen ausgelassen auf Straßen, in Sälen oder Kneipen Fastnacht feierten, war den anderen überhaupt nicht nach Fröhlichkeit zumute, im Gegenteil: Wut und Unverständnis herrschten zu Beginn der Woche im Ostviertel. Grund war der Beschluss der Arbeiterwohlfahrt (Awo), eine Beratungsstelle mit Café für Substituierte (ihnen werden unter ärztlicher Aufsicht Ersatzdrogen gegeben) im Ferrumhaus einzurichten. Doch nach ersten Protesten machte der Vermieter dem Awo-Ansinnen einen Strich durch die Rechnung, sprich den Mietvertrag, und ließ das Projekt platzen. Offenbar hatten die Verantwortlichen der Awo unterschätzt, dass Anwohner und Geschäftsleute an der Mainzer Straße das Projekt so nicht wollten oder doch zumindest vorher gefragt werden wollten. Der Unmut der knapp 70 Teilnehmer an einer für Fastnachtsdienstag einberufenen Versammlung traf aber nicht nur die Awo. Hart gingen die Anwohner und Geschäftsleute auch mit den Kommunalpolitikern ins Gericht. Diese sind rechtlich nicht an der Entscheidung beteiligt gewesen, aber das interessierte die aufgebrachten "Ostviertler" wenig. Gerade die Mandatsträger und die Verantwortlichen in Bezirksrat und Rathaus, die in Sonntagsreden gerne die aktive Beteiligung an "demokratischer Willensbildung" einfordern, ließen in diesem Fall jedes Gespür vermissen. Und den Bürgern ist es völlig gleichgültig, wer eigentlich rechtlich zuständig ist. Sie wollen einfach rechtzeitig und umfassend informiert werden, wenn es um ihre Lebensqualität oder berufliche Existenz geht. Das ist doch einfach zu verstehen. Und das sollten auch Politiker beherzigen.