"Bürger wollen Eindeutigkeit"

"Bürger wollen Eindeutigkeit"

Tholey. Es ist Wahlkampf. Auch ohne dass es ausdrücklich gesagt werden musste, war das beim Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbandes eindeutig zu spüren. Nicht nur, dass sich in den Saal des Freizeithauses St. Mauritius in Tholey weit mehr Gäste drängten als im Vorjahr. Die anstehende Landtagswahl im Saarland war Thema Nummer eins der Gespräche

Tholey. Es ist Wahlkampf. Auch ohne dass es ausdrücklich gesagt werden musste, war das beim Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbandes eindeutig zu spüren. Nicht nur, dass sich in den Saal des Freizeithauses St. Mauritius in Tholey weit mehr Gäste drängten als im Vorjahr. Die anstehende Landtagswahl im Saarland war Thema Nummer eins der Gespräche. Da wurden selbst die Ergebnisse der Fußball-Bundesliga an den Rand gedrängt.Julia Klöckner, sie war als Gastrednerin geladen, befeuerte die Wahlkampfstimmung zusätzlich. Ohne Manuskript und Rednerpult, das Mikrofon locker in der Hand, gewann die Landesvorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz und CDU-Fraktionsvorsitzende im Landtag des Nachbarlandes, mit Komplimenten für das Saarland, die Saarländer und insbesondere für den Landkreis St. Wendel die Zuhörer für sich. Um dann aus ihrer Sicht und Erfahrung, zu sagen, wie sie Politik und Politiker sieht und was die Politik einer Partei, in der das C für christlich nicht nur Dekor ist, ausmacht.

Eindeutig stellte sie sich hinter die Entscheidung der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, die Jamaika-Koalition aufzukündigen. "Man macht sich nicht abhängig von Leuten, die straucheln", spielte Klöckner auf die internen Querelen der FDP an. Politik sei kein Selbstzweck, Politik werde für die Menschen gemacht: "Politiker sind Dienstleister." Allerdings hätten auch die Bürger eine Bringschuld, trügen Verantwortung auch für ihre Mitmenschen. Mit höherem Wohlstand, das sei leider festzustellen, steige das Eigeninteresse. Offen sein für mehr Bürgerbeteiligung, das sei für die Politik und die Parteien durchaus richtig, aber "Bürgerbeteiligung darf die repräsentative Demokratie nicht ersetzen".

"Bürger wollen Eindeutigkeit", fordert Klöckner zu Positionen und Haltungen eindeutig zu stehen, auch wenn man dadurch anecke. "Das erkennen die Menschen an, auch wenn sie anderer Meinung sind."

Klöckner nannte die Grundlagen christlich demokratischer Politik: Subsidiarität, Verantwortung von unten nach oben; Freiheit für etwas, Eigenverantwortung; Solidarität, die Menschen sind vor dem Gesetz gleich, aber unterschiedlich: "Nicht für alle das Gleiche, sondern für jeden das Beste", auch in der Schulbildung: "Der Wert eines Menschen beginnt nicht erst mit dem Abitur."

"Annegret Kramp-Karrenbauer bleibt Ministerpräsidentin, das ist das Beste, was dem Saarland passieren kann": Hans Ley, CDU-Kreisvorsitzender und Landtagspräsident und Nadine Schön, Vorsitzende des Gemeindeverbandes Tholey und Bundestagsmitglied, stimmten die Gäste auf den Wahlkampf ein.

Mit der Aufkündigung der Koalition habe die Ministerpräsidentin gezeigt, dass sie nicht am Amt hänge, sondern dass ihr die Zukunft des Landes wichtig sei. Die Nationalhymne, gespielt vom Musikverein Lyra Hasborn-Dautweiler, der den musikalischen Rahmen bot, beendete den offiziellen Teil. "Mir ist ein Politiker mit Ecken und Kanten lieber, als ein rundes Nichts"

Mehr Gäste als im Vorjahr waren ins Freizeithaus gekommen.

Julia Klöckner beim Neujahrsempfang der Kreis-CDU

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