Bürger warnen vor Bruch im Stadtbild

Völklingen. Der Völklinger Stadtrat hat kürzlich mit großer Mehrheit beschlossen, das Kolpinghaus an der Bismarckstraße abzureißen und die Baulücke mit Übersee-Containern zu füllen. Diese Konstruktion soll dann als Spiellandschaft für die an der Rückseite liegende Kindertagesstätte St. Eligius dienen, die gleichzeitig kräftig erweitert wird

Völklingen. Der Völklinger Stadtrat hat kürzlich mit großer Mehrheit beschlossen, das Kolpinghaus an der Bismarckstraße abzureißen und die Baulücke mit Übersee-Containern zu füllen. Diese Konstruktion soll dann als Spiellandschaft für die an der Rückseite liegende Kindertagesstätte St. Eligius dienen, die gleichzeitig kräftig erweitert wird. Diese Container dürften zumindest keine Dauerlösung sein, sagt der Initiativkreis zur Gründung einer "Bürgerstiftung Völklingen". Und die Bürger müssten bei der Gestaltung an der Bismarckstraße einbezogen werden. Die entsprechende Erklärung ist von namhaften Völklingern wie dem früheren Minister Dr. Rainer Wicklmayr (CDU), Alt-Oberbürgermeister Hans Netzer (SPD), Ex-CDU-Fraktionschef Gerhard Scherschel, Oberstudiendirektor a. D. Helmut Umla, dem früheren Stadtarchivar Hans Obermann und den Architekten Dieter Hoffmann und Holger Schwartz unterzeichnet.Wicklmayr erläuterte als deren Sprecher, man befürchte mit den Containern einen weiteren Bruch im Stadtbild. Die Bevölkerung sei von der Stadtratsentscheidung überrascht worden. Wegen der Finanznot hätten die Kommunalpolitiker offenbar zu der Container-Lösung gegriffen. Doch, so Wicklmayr: "Dieser Strohhalm ist nicht geeignet, zudem man sich doch rundherum so große Mühe gibt, die Häuser und Fassaden ansprechend zu gestalten." Die Initiative ("unter den gegebenen Umständen bleibt uns nichts anderes übrig") nehme den Stadtratsbeschluss als Faktum hin, zudem sie auch hinter der Erweiterung der Kindertagesstätte St. Eligius stehe.

Nur als Provisorium

Andererseits lege die Initiative größten Wert darauf, dass die Container nur als Provisorium ausgestaltet würden und die Lücke an der Bismarckstraße zu einem späteren Zeitpunkt "mit einem ordentlichen Gebäude gefüllt" werde.

Der Stadtrat hat die Fassadengestaltung zur Bismarckstraße hin bisher noch offen gelassen und in dieser Hinsicht auch Bürgerbeteiligung versprochen. Hier will die Initiative ansetzen.

Die Initiative regt daher in ihrer Erklärung Informationsveranstaltungen für interessierte Bürger und einen Ideenwettbewerb an. Wenn das Kolpinghaus selbst nicht ganz oder zumindest teilweise in das Erweiterungskonzept einbezogen werde, könne zumindest die Fassade erhalten bleiben. Dies sei eine im Städtebau geübte Praxis, wie zum Beispiel das Europacenter in Saarbrücken mit der Fassade der ehemaligen Bergbaudirektion belege. Ansonsten: Der geplante neue Durchgang von der Bismarck- zur Hofstattstraße hin sei positiv zu bewerten.