1. Saarland

Bürger setzen sich durch

Bürger setzen sich durch

Honzrath. Die umstrittene Kreuzung in der Ortsmitte von Honzrath wird erneut umgebaut. In einem Redaktionsgespräch bei der SZ in Merzig erklärte Klaus Kosok, Sprecher des Landesbetriebs: "Der neu hergestellte Zustand, der von der Öffentlichkeit nicht akzeptiert wird, wird zurückgebaut

Honzrath. Die umstrittene Kreuzung in der Ortsmitte von Honzrath wird erneut umgebaut. In einem Redaktionsgespräch bei der SZ in Merzig erklärte Klaus Kosok, Sprecher des Landesbetriebs: "Der neu hergestellte Zustand, der von der Öffentlichkeit nicht akzeptiert wird, wird zurückgebaut." Konkret geht es um ein kurzes Teilstück der Straße Zur Hellwies unmittelbar vor der Einmündung in die Honzrather Straße. Hier war im Zuge der Umgestaltung der engen und unübersichtlichen Kreuzung die Fahrbahn aus Richtung Düppenweiler nach links verlegt worden. Gedacht war dies, um Behinderungen des Verkehrs insbesondere durch abbiegende Lkw einzudämmen. Marco Scherer von der Planungsabteilung des Landesbetriebs: "An dieser Stelle war vor der Umgestaltung für Lastzüge kein Abbiegevorgang möglich, ohne in den Gegenverkehr zu kommen." Dies galt insbesondere dann, wenn ein Lastzug nach rechts in Richtung Erbringen abbog. Klaus Kosok ergänzte: "Wir wollten die Lkw-Fahrer durch die Verschwenkung dazu zwingen, schon vor der Kreuzung so weit auszuholen, dass sie beim Abbiegen nicht in den Gegenverkehr kommen." Dies sei "rein planerisch" nach der Neugestaltung auch möglich gewesen. Gerade in diesem Straßenabschnitt fahren sehr viele lange Sattelzüge die Kreuzung an, die von einer nahe gelegenen Kiesgrube oder einer ebenfalls in der Nähe befindlichen Spedition kommen.In der Praxis aber löste die Verschwenkung der Straße vom ersten Tag an heftige Proteste aus. Die Kreuzung sei noch unübersichtlicher als vorher, hieß es von Seiten der Anwohner, die sich in einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen hatten. BI-Vertreterin Ingrid Lauer:"Wenn ein Autofahrer aus Richtung Hellwies an die Kreuzung kommt und abbiegen will, sieht er in Richtung Erbringen fast nichts, weil die Straße kurz vor der Kreuzung diesen seltsamen Bogen macht."

Doch dieser Zustand wird nun beseitigt. Wie Klaus Kosok erklärte, wird die Verschwenkung wieder zurückgebaut. Marc Scherer: "Die durch den Umbau entstandene 'Insel' am Straßenrand wird um etwa die Hälfte kleiner."

Dadurch wird die Straße zur Hellwies in der Schleppkurve nahe der Kreuzung um zwei bis drei Meter breiter. Diese Lösung sei mit der BI sowie dem ADAC, der das Anliegen der Bürgerinitiative unterstützt hatte, abgestimmt worden. Die Arbeiten sollen nach Auskunft des LfS-Sprechers am 14. November beginnen und etwa eine Woche dauern. Für die Zeit der Arbeiten werde die Straße Zur Hellwies auf einer Länge von etwa 50 Metern zwischen der Einmündung in die Honzrather Straße und der Mühlenstraße gesperrt. Die Kosten für den Rückbau bezifferte Kosok auf rund 12 000 Euro. Marc Scherer gab indes zu bedenken: "In der Straße Zur Hellwies werden die Lkw nach dem Rückbau besser aneinander vorbei kommen. Aber die Sichtverhältnisse an der Kreuzung werden sich nicht verbessern." Die Bürgerinitiative will indes nicht locker lassen und auf einigen Forderungen beharren. Ingrid Lauer: "Wir wollen weiter einen zusätzlichen Fußgängerüberweg auf der Honzrather Straße in Höhe der dortigen Bäckerei sowie in der Straße Zur Hellwies." Außerdem sei der Standort für den Spiegel, der Autofahrern in der Straße Zur Hellwies einen besseren Einblick in die Kreuzung verschaffen soll, nicht gut gewählt. "Der müsste wieder auf den Platz zurück, wo vor der Neugestaltung ein Spiegel gestanden hat", monierte Lauer. Allerdings ist für solche Maßnahme nicht mehr der LfS, sondern die Straßenverkehrsbehörde beim Kreis zuständig. "Kreuzung ist jetzt noch unüber-

sichtlicher." Ingrid Lauer"Die Bürger akzeptieren neuen Zustand nicht."

Klaus Kosok

Hintergrund

Ausgangspunkt der seit langem geforderten Neugestaltung der Kreuzung Honzrather Straße/Merchinger Straße war die laufende Ortskernsanierung in Honzrath, in deren Rahmen die Gemeinde einige baufällige Häuser im unmittelbaren Umfeld der Kreuzung angekauft und hatte abreißen lassen. Dies eröffnete die Möglichkeit, dort durch eine Änderung der Verkehrsführung deren Benutzung zu erleichtern. Ende 2008 hatte der Gemeinderat, in dem damals noch die CDU die absolute Mehrheit hatte, beschlossen, dass die vom LfS vorgeschlagene Variante eines überfahrbaren Minikreisels realisiert werden sollte.

Die SPD im Rat hatte diese Lösung jedoch abgelehnt. Allerdings machte die Straßenverkehrsbehörde beim Landkreis im Frühjahr 2010 schwer wiegende Einwände gegen die Minikreisel-Lösung geltend. Daraufhin wurden die Planungen nochmals überarbeitet und die jetzige Lösung entwickelt, die auf eine Verlegung der Straße Zur Hellwies hinausläuft. Kaum war diese neu gestaltete Einmündung Ende 2010 für den Verkehr freigegeben worden, regte sich unter Anwohnern und Verkehrsteilnehmern Widerstand. cbe