Bürger kämpfen für Röchlingpark

Bürger kämpfen für Röchlingpark

Alt-Saarbrücken. Die Anwohner am Triller sind beunruhigt: Ist der Röchlingpark mit vielen alten Bäumen in Gefahr, weil eine Erbengemeinschaft dort bauen will? Anlass für die Sorge ist ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Saarlouis im Juli, das den Bebauungsplan der Stadt gekippt hat. Die Verwaltung wollte den über vier Hektar großen Park erhalten und keine Bebauung zulassen

Alt-Saarbrücken. Die Anwohner am Triller sind beunruhigt: Ist der Röchlingpark mit vielen alten Bäumen in Gefahr, weil eine Erbengemeinschaft dort bauen will? Anlass für die Sorge ist ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Saarlouis im Juli, das den Bebauungsplan der Stadt gekippt hat. Die Verwaltung wollte den über vier Hektar großen Park erhalten und keine Bebauung zulassen. Das Gericht hatte in dem Urteil dagegen betont, ungeachtet des Natur- und Landschaftsschutzes sei es unverhältnismäßig, dort das Bauen völlig auszuschließen. So steht es in der Begründung für einen neuen Bebauungsplan der Stadt. Der Stadtrat hat Ende September ein neues Bebauungsplanverfahren für das Areal zwischen Trillerweg, Narzissen- und Lilienstraße eingeleitet. Dadurch wollten Rat und Verwaltung eine "moderate Bebauung" zulassen, sagte Robert Mertes von der Stadtpressestelle. Gleichzeitig sollen möglichst viele Bäume erhalten werden. Was heißt "moderate Bebauung"? Die Stadt wolle zweigeschossige Häuser in Baulücken in der Lilienstraße zulassen und dreigeschossige Häuser dort, wo früher die Röchlingvilla stand, erklärte Mertes. Die Verwaltung sei deshalb im Gespräch mit der Erbengemeinschaft. Mertes: "Wir wollen eine Lösung, damit nicht wieder geklagt wird." Die Stadt habe auch ein Artenschutz-Gutachten in Auftrag gegeben. Mertes: "Der Artenschutz und der Schutz des Parks sind uns sehr wichtig." Das wird auch in der Begründung des neuen Bebauungsplanverfahrens deutlich: "Eine Erhaltung des grünen Hangs Triller ist aus städtebaulicher Sicht von besonderer Bedeutung." Zudem sei der Park ein wichtiger Lebensraum für Vögel und Fledermäuse. Im nächsten Jahr soll der Stadtrat endgültig über den Bebauungsplan entscheiden, sagte Mertes. 170 Anwohner protestierenDas Gerichtsurteil macht Anwohner Robert Karge große Sorgen: "Wir haben schon wenige Grünflächen in der Stadt, und jetzt sollen weitere Flächen geopfert werden." Karge hat mit Anwohnern eine Initiative gegründet, die 170 Unterschriften an die Stadt übergeben habe. In einem Schreiben an die Verwaltung lehnt Karge eine Bebauung ab. Sollte das nicht zu verhindern sein, werde die Initiative den neuen Bebauungsplan der Stadt unterstützen, "um die negativen Folgen für das Viertel in Grenzen zu halten". Reinald Gußmann von der Erbengemeinschaft sagte der SZ, das Oberverwaltungsgericht habe die bisherige Position der Stadt abgelehnt. Juristisch gelte damit Paragraf 34 Baugesetzbuch, der eine Bebauung erlaube, die sich an der Umgebung orientiert. Er macht deutlich: "Wir hatten nie vor, dort so intensiv zu bebauen wie in der Lilienstraße." Dort seien auf drei Parzellen ein Mehrfamilienhaus und Wohnungen entstanden. Gußmann hofft auf eine Einigung mit der Stadtverwaltung. Bisher habe es ein Treffen mit Baudezernentin Rena Wandel-Hoefer gegeben, ein zweiter Termin sei noch nicht vereinbart. Gußmann sieht ein, dass auf dem Gelände wertvolle Bäume stehen. Aber er bezweifelt, dass am Triller besonders bedrohte Tiere leben, die eine Bebauung verhindern. Deshalb habe die Erbengemeinschaft Gutachten in Auftrag gegeben, die dem der Stadt widersprächen. Gußmanns Ziel: "Die Grundstücke müssen verwertbar sein."