Bürger geben 300 Schusswaffen ab

Regionalverband · 2011 sind beim Regionalverband so viele Waffen abgegeben worden wie in den gesamten 30 Jahren zuvor. Seit dem Amoklauf eines Jugendlichen an einer Schule in Winnenden 2009 müssten Besitzer einen Waffenschrank nachweisen. Diesen zu kaufen, sei vielen offenbar zu teuer, teilt der Regionalverband mit.

. 300 Schusswaffen haben Besitzer 2011 bei der Waffenbehörde des Regionalverbands Saarbrücken abgegeben. Dies sind genauso viele wie in den gesamten 30 Jahren zuvor, teilt die Pressestelle des Regionalverbandes mit. Die zurückgegebenen Waffen würden zur Vernichtung oder zur Aufbewahrung an das Landespolizeipräsidium weitergegeben.

Wie Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (SPD) in der Pressemitteilung erklärt, sei die Zahl der Rückgaben vor allem deshalb gestiegen, weil nach dem Amoklauf von Winnenden 2009 das Waffenrecht verschärft worden sei. So müssten Besitzer von Waffen unter anderem nachweisen, dass sie einen Waffentresor haben. "Wir haben schon einen Großteil der registrierten Waffenbesitzer angeschrieben und aufgefordert, die ordnungsgemäße Aufbewahrung nachzuweisen. Mancher Besitzer trennt sich dann lieber von Gewehr oder Pistole, weil ihm ein neuer Waffenschrank zu teuer ist", erklärt Peter Gillo. Oft würden Waffen auch von Erben abgegeben, die kein Interesse am Besitz haben.

"Im Falle einer Erbschaft müssen sich die Erben binnen eines Monats nach der Annahme der Erbschaft bei der Waffenbehörde melden. Dort können sie entweder die Waffe abgeben oder eine Waffenbesitzkarte beantragen. Alternativ können sie die Schusswaffen an berechtigte Personen verkaufen", teilt Gillo weiter mit. Habe der Erbe noch keine waffenrechtliche Erlaubnis, zum Beispiel als Jäger oder Sportschütze, so müsse die Waffe mit einem Blockiersystem versehen werden. Dieser Einbau werde von einem zertifizierten Büchsenmacher vorgenommen und sei der Behörde nachzuweisen.

Außerdem müssten die Waffen in speziellen Tresoren sicher aufbewahrt werden. Peter Gillo: "Die Mitarbeiter unserer Waffenbehörde machen stichprobenartig Kontrollen vor Ort, bei denen sie die vorgefundenen Waffen mit den erteilten Erlaubnissen abgleichen und die Waffenschränke überprüfen. Bei diesen Kontrollen gab es bisher keine Beanstandungen." Die Jagd- und Waffenbehörde des Regionalverbands ist für rund 3100 Erlaubnisinhaber mit rund 10 500 Schusswaffen, verteilt auf acht Städte und Gemeinden, zuständig. Die Städte Saarbrücken und Völklingen haben eigene Waffenbehörden.

Die Behörde beim Regionalverband stelle außerdem Erlaubnisse aus für Waffenhandel und Waffenherstellung, Wachunternehmer oder stelle "kleine Waffenscheine" aus, die zum Führen von Gas-, Schreckschuss- und Signalwaffen erforderlich sind.