1. Saarland

Brotdorf ist stolz auf Vereinsleben und Infrastruktur

Brotdorf ist stolz auf Vereinsleben und Infrastruktur

Die Sonne scheint als sich die Menschen auf dem gemeinsamen Schulhof der Grund- und Förderschule in Brotdorf versammeln. Hier soll das Foto für die SZ-Aktion „Unser Ort hat viele Gesichter“ geschossen werden.

 Brotdorfs Wahrzeichen: Die Clemens-Holzmeister-Kirche.
Brotdorfs Wahrzeichen: Die Clemens-Holzmeister-Kirche.
 Brotdorfs Ortsvorsteher Torsten Rehlinger
Brotdorfs Ortsvorsteher Torsten Rehlinger

Mitglieder der Feuerwehr sind bereits vor Ort, um für die Sicherheit zu sorgen und natürlich auch um sich für ihr Dorf ablichten zu lassen.

Ebenfalls anwesend ist Ortsvorsteher Torsten Rehlinger, der diesen Posten seit Herbst 2009 innehat. Er gibt die Anweisungen von SZ-Fotograf Rolf Ruppenthal, der im oberen Stockwerk der am Schulhof gelegenen Mehrzweckhalle Position bezogen hat, an seine Mitbürger weiter. Zusammen bringen sie die versammelten Brotdorfer in Stellung für das ideale Foto. Nach dem Schnappschuss hat Rehlinger noch Zeit über seinen Ort zu sprechen.

"Allen voran haben wir eine sehr gesunde Vereinsstruktur, 35 Vereine sind derzeit aktiv, die alle auch gut zusammenarbeiten," berichtet Rehlinger. Besonders hebt er den Turn- und Sportverein Brotdorf und den FC Brotdorf hervor, der kürzlich immerhin im Halbfinale des Saarlandpokals stand. Rehlinger weiter: "Die Freiwillige Feuerwehr ist in Brotdorf auch sehr aktiv und feiert nächstes Jahr 125-jähriges Bestehen." Auch erzählt der Ortsvorsteher stolz von dem gemeinsamen Projekt der Grundschule Marienschule und der Förderschule Auf der Wild, auf deren Schulhof der Fototermin stattfindet. Rund 200 Schüler besuchen die Grundschule, die Förderschule zählt derzeit 120 Schüler. Gemeinsam bieten die beiden Schulen eine Ganztagsschule an, die Kinder können wahlweise bis 15 oder 17 Uhr betreut werden. "Außerdem hat Brotdorf mit 5000 Quadratmetern den größten Schulgarten im Landkreis zu bieten", hebt der Ortsvorsteher hervor.

Eine weitere Besonderheit des Ortes, besonders was die Kinder angeht, ist laut Rehlinger die Tatsache, dass es in Brotdorf insgesamt neun Tagesmütter und drei Großpflegestellen gibt.

Tagesmutter Sandra Grünewald, die ebenfalls beim Fototermin dabei war, erläutert: "Je zwei Tagesmütter haben sich zu einer Großpflegestelle zusammengetan, drei weitere Tagesmütter arbeiten unabhängig von den Pflegestellen." Grünewald bildet zusammen mit ihrer Kollegin Petra Schmitt die Pflegestelle Kinkaju-Wickelbär, Bianca Jax und Nicole Hoffmann gründeten gemeinsam die Tagespflegestelle Hand in Hand und Anku und Maraike Krok sind Die kleinen Krokusse. "Insgesamt stehen damit 40 Betreuungsplätze zur Verfügung, und es sind regelmäßig Plätze frei", fasst Grünewald zusammen.

Die Infrastruktur ist in Brotdorf ebenfalls sehr gut, wie der Ortsvorsteher sagt: "Wir haben einen Kindergarten, Ärzte, einen Metzger und Bäcker alles hier vor Ort." Und im Juni komme noch der Rewe-Markt hinzu, der laut Rehlinger "lang ersehnt" war. Als einen weiteren Vorteil sieht Rehlinger, dass es vor allem in den vergangenen zehn Jahren große Neubaugebiete im Ort gab. Insgesamt 120 Baustellen sorgten für einen enormen Einwohnerzuwachs. Das einzige Problem in Brotdorf ist nach Ansicht des Ortsvorstehers die starke Belastung der Provinzialstraße aufgrund des Durchgangsverkehrs. Die Nordumfahrung, die schon lange im Gespräch ist, würde nach Ansicht des Ortsvorstehers die Hauptstraße des Merziger Stadtteils deutlich entlasten. Brotdorf ist mutmaßlich von den Franken im 5. oder 6. Jahrhundert gegründet worden, als diese an die Saar aufwärts zogen. Dass der Ort aber wahrscheinlich schon in der nachmerowingischen Zeit besiedelt war, davon zeugen zwei Steinsärge die beim Neubau der Kirche 1932 unter den Fundamenten der alten Kirche gefunden wurden. Die erste urkundliche Erwähnung von Brütorf im Jahr 1147 basiert auf einer Urkunde des Erzbischofs Albero von Trier anlässlich der jährlichen Pfarrei-Wallfahrten zum Grabmal des Heiligen Lutwinus nach Mettlach. Der Ortsname Brotdorf leitet sich von dem althochdeutschen Wort "bruch" ab, was "Dorf am Moor, am sumpfigen Gelände" bedeutet. Von Brütorf, über Brutorf, Broetdorf und Broddorf wandelte sich der Name schließlich zum heutigen Brotdorf. 1974 kam Brotdorf im Zuge der Gebietsreform als Stadtteil zu Merzig, im gleichen Jahr wurde Brotdorf durch die Neubaugebiete Wild II und Wild III mit rund 3800 Einwohnern zum größten Stadtteil neben der Kernstadt. Auch heute hat Brotdorf noch die zweitmeisten Einwohner der Kreisstadt und die viertmeisten Einwohner im Landkreis Merzig-Wadern. Der Ortsteil liegt am Seffersbach zwischen Merzig und Losheim am See und besitzt das größte Waldgebiet der Kreisstadt. Dorfmittelpunkt ist heute die von Architekt Clemens Holzmeister erbaute Kirche St. Maria-Magdalena. Zu den touristischen Highlights gehört der 7 Buchen-Wanderweg.