Breites Bündnis geht fürs Klima auf die Straße in Saarbrücken

Große Klimademo in Saarbrücken : Viel Zuspruch für Klimaprotest im Saarland

Schüler, Wissenschaftler, Gewerkschaften und Kirchen rufen zur Demo in Saarbrücken auf.

Während heute das Klimakabinett der großen Koalition tagt und gleichzeitig in New York der UN-Klimagipfel vorbereitet wird, erhöhen Klimaaktivisten weltweit den Druck auf die Politik. In 150 Ländern und rund 500 Städten in Deutschland hat das Bündnis „Fridays for future“ Aktionen angemeldet. Unter dem Motto „Alle für das Klima“ sollen diesmal wieder nicht nur Schüler, sondern auch Erwachsene für effiziente Klimaschutz-Maßnahmen demonstrieren.

Im Saarland findet die zentrale Kundgebung am Saarbrücker Landwehrplatz statt. Organisiert wird der Protestzug durch die Innenstadt von der Schülergruppe „Fridays for Future Saarland“ (FFF), die bereits seit Januar freitags Klimastreiks veranstaltet. Doch jetzt rufen auch Gewerkschaften, politische Parteien, die Saar-Universität und Kirchen dazu auf mitzumarschieren. „Wir freuen uns natürlich sehr, so viele Mitstreiter zu haben und hoffen, dass die Klimadebatte dadurch an neuem Aufschwung gewinnt“, sagt Marie Burgardt von FFF-Saarland gegenüber der SZ.

Der Auftakt sei gezielt auf 14.30 Uhr gelegt worden, damit Schüler aus dem ganzen Saarland teilnehmen können, ohne dafür im Unterricht zu fehlen. Das führen Kritiker  immer wieder gegen die Bewegung ins Feld. „Außerdem wollen wir es so vielen Berufstätigen ermöglichen, sich uns anzuschließen“, sagt die 19-jährige Burgardt.

Die Klimaaktivisten hoffen, heute rund 3000 Menschen für ihr Anliegen mobilisieren zu können. Dabei ist auch die Gruppe „Scientists for Future“, die Wissenschaftler verschiedener Fakultäten auf dem Uni-Campus vereint. „Es ist wichtig, dass sich Forscher diesen Protesten anschließen. Wir haben ein Fachwissen über diese Thematik, und unsere Teilnahme erhöht die Glaubwürdigkeit der Bewegung“, sagt Gerhard Wenz, Professor für Chemie und Mitglied der „Scientists for Future“. Das Thema sei ernst, ein paar Verbote würden nicht mehr reichen, sondern es müsse sich in der Gesellschaft etwas ändern. „Umso mehr freue ich mich, dass viele unterschiedliche Organisationen zur heutigen Kundgebung aufgerufen haben“, sagt Wenz.

Heute wollen bei dem Klimaprotest auch die „Parents for Future“  (Eltern für die Zukunft) um Rune Becker vertreten sein. „Klimaschutz ist längst nicht mehr nur ein Thema der Jugend. Vielen Erwachsenen ist auch klar, dass die Zeit drängt, wenn wir unseren Kindern und Enkeln eine klimagerechte und lebenswerte Welt hinterlassen wollen“, sagt Becker und fügt hinzu: „Die Menschen müssen heute dafür auf die Straße gehen, um die Politik zum Handeln zu bewegen, und nicht bis zur nächsten Wahl warten.“