1. Saarland

Boule spielen - aber mit verbundenen Augen

Boule spielen - aber mit verbundenen Augen

Friedrichsthal. Elisabeth Junk von der Kolonie schaute noch einmal genau hin. Sie fixierte das Schweinchen, setzte die dunkle Brille auf und warf: Nur wenige Zentimeter von dem Schweinchen entfernt blieb ihre Boulekugel liegen. "Das war ein klasse Wurf", lobten ihre Mitspieler. Doch es nutzte nichts. Beim Boulespiel mit verbundenen Augen gewann die Feldstraße

Friedrichsthal. Elisabeth Junk von der Kolonie schaute noch einmal genau hin. Sie fixierte das Schweinchen, setzte die dunkle Brille auf und warf: Nur wenige Zentimeter von dem Schweinchen entfernt blieb ihre Boulekugel liegen. "Das war ein klasse Wurf", lobten ihre Mitspieler. Doch es nutzte nichts. Beim Boulespiel mit verbundenen Augen gewann die Feldstraße.

Der achte Friedrichsthaler Quartierswettstreit war spannend bis zum letzten Biss in die saftigen Quetschekuche und hatte am Ende zwei Sieger - den Franzschacht und die Feldstraße. Dahinter folgten die Kolonie, Friedrichsthal-Mitte und die Insel. Zahlreiche Zuschauer verfolgten am Samstag bei herrlichem Spätsommerwetter den lustigen Wettstreit hinter dem Friedrichsthaler Rathaus. Wie bei den sieben Auflagen zuvor, war der Fördergebietsbeauftragte Jochen Beyer der Organisator des Spektakels. Er hatte auch 2002 die Idee dazu. Das Ziel dahinter: Die Friedrichsthaler Bürger sollen sich mehr mit ihren Stadtteilen und ihrer Stadt identifizieren. Mit Spielen, Spaß und Gesprächen zwischen den verschiedenen Generationen sollen sie aus der Anonymität herauskommen. Für Beyer war die achte Auflage auch die letzte. Zum 1. Januar 2010 geht er in den Ruhestand. Sein Fazit: "Der Wettstreit wird von den Bürgern angenommen. Die Mannschaften sind immer mit großem Einsatz dabei." Fünf Teams machten mit - zwei hatten kurzfristig wegen Krankheit absagen müssen. Eine Mannschaft bestand wieder aus drei Kindern und sechs Erwachsenen. Neben Boule spielen mit verbundenen Augen lauteten die Wettbewerbe für die Großen Wettstricken und Quetschekuche backen.

Die Kinder spielten Jakkolo - das ist ein Holzscheibenspiel - und versuchten, Bälle in einen Bierkasten zu werfen. Bis zum Quetschekuchetest war es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Verantwortung für den Sieg beim achten Quartierswettstreit lag auf den Geschmacksnerven der beiden Bäckermeister Herbert Didas und Hans Kassel. Ihr Urteil war eindeutig: Der Kuchen von Monika Junk vom Franzschacht schmeckte am besten. "Mensch, die kann backen", so der Kommentar der Bäckermeister. Nach der Auswertung waren der Franzschacht und die Feldstraße punktgleich.

Alle Teams waren sich einig: "Wir sind im nächsten Jahr wieder dabei." Beyers Nachfolger Markus Arand wird dann den Wettbewerb organisieren. Sicherlich kann auch er auf die Unterstützung zahlreicher ehrenamtlicher Helfer zählen. ll