Botzet, immer wieder Botzet

Botzet, immer wieder Botzet

Kreis Saarlouis. "Boszik, immer wieder Boszik, der rechte Läufer der Ungarn", kommentierte Herbert Zimmermann in seiner legendären Radio-Reportage beim Finale der Fußball- WM 1954 zwischen Deutschland und Ungarn (3:2)

Kreis Saarlouis. "Boszik, immer wieder Boszik, der rechte Läufer der Ungarn", kommentierte Herbert Zimmermann in seiner legendären Radio-Reportage beim Finale der Fußball- WM 1954 zwischen Deutschland und Ungarn (3:2). Hätte es am Sonntag im Spiel der Fußball-Saarlandliga zwischen Borussia Neunkirchen II und dem FSV Hemmersdorf einen Radio-Kommentar gegeben, wären wohl ähnliche Worte gewählt worden. Dann hätte es "Botzet, immer wieder Botzet" aus dem Lautsprecher geschallt. Denn der Hemmersdorfer Stürmer Christian Botzet steuerte beim 5:0-Erfolg seiner Mannschaft vor 120 Zuschauern im Ellenfeld gleich vier Treffer bei.

5:0 für Hemmersdorf! Eine Riesen-Überraschung. Neunkirchen ging als Tabellen-Fünfter und als Favorit in die Begegnung. Doch da die Oberliga-Elf der Borussen zeitgleich beim 1. FC Saarbrücken II (0:4) spielte, standen den Hüttenstädtern einige Spieler nicht zur Verfügung. Aufgefüllt wurden die Lücken durch A-Jugendliche. Denen gelang es in der ersten Halbzeit, die Begegnung offen zu gestalten. Torlos wurden die Seiten gewechselt. Nach einer Stunde ging Hemmersdorf aber in Führung. Einen Freistoß von Spielertrainer Oliver Hirschauer köpfte Matthias Schäfer zum 1:0 ein. Und dann kam der große Auftritt von Botzet: Binnen 17 Minuten schraubte er das Ergebnis mit vier Toren auf 5:0 für die Gäste in die Höhe. "Fast alle Treffer fielen nach dem gleichen Muster. Der Ball wurde in die Nahtstelle der Abwehr gespielt und Botzet traf ", schüttelte selbst der FSV-Vorsitzende Herbert Bauer den Kopf.

Doch das 5:0 des FSV war nicht die einzige Sensation des Spieltages. Ebenso überraschend kam die 0:5-Pleite des VfB Dillingen gegen den bisherigen Tabellen-Vorletzten FC Palatia Limbach. Vor 200 Zuschauern an der Dillinger Papiermühle waren die Hausherren zunächst das bessere Team. "Dann sind wir in eine Art Trance verfallen und dachten wohl, es geht mit halber Kraft", ärgerte sich VfB-Trainer Ralf König. Kurz vor der Pause brachte Felix Beck die Gäste in Führung. Doch auch danach ging der Tiefschlaf des VfB weiter. In der 53. Minute markierte Tim Schäfer das 0:2, fünf Minuten später traf Dominik Kunz zum 0:3. Dann flog Dillingens Marc Maurer mit Gelb-Rot vom Platz, und in Überzahl erhöhten Kunz und Schäfer auf 5:0 für Limbach. "Ich werde die Woche mit der Mannschaft viel zu reden haben", kündigte König an.

Keinen Grund zu schimpfen hatte Königs Trainerkollege Georg Müller. Der gewann nämlich mit seinem FV Lebach ebenfalls unerwartet vor 200 Zuschauern im Derby beim Tabellenvierten FV Eppelborn mit 3:1 (2:0). Mit Distanzschüssen sorgten Christian Mehle (33. Minute) und Andreas D'Alessandro (38. Minute) für eine Lebacher 2:0-Pausenführung. Mehle war es auch, der in der 73. Minute mit dem 0:3 für die Entscheidung sorgte. Für Eppelborn reichte es vier Minuten später nur noch zum Ehrentreffer durch Heiko Brill. Zu einem Punktgewinn kam der SC Gresaubach im Heimspiel gegen den bisherigen Tabellen-Zweiten FC Wiesbach. 400 Zuschauer im Schottenstadion sahen ein insgesamt leistungsgerechtes 1:1. sem

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