1. Saarland

Bostalsee: Zweiter Chaostag bleibt aus

Bostalsee: Zweiter Chaostag bleibt aus

Einige 100 Wanderer machten sich zu Christi Himmelfahrt auf nach Nohfelden an den See. Eine Woche zuvor waren es zig Tausende gewesen, die das Terrain bevölkerten. Entsprechend entspannt zeigte sich die Lage jetzt.

Sie hatten sich gerichtet: Polizei, Biergartenbetreiber sowie Vertreter der Gemeinde Nohfelden und des Landkreises. Nichts sollte dem Zufall überlassen werden, dass regnerisches Wetter einem möglichen Massenansturm an den Bostalsee Einhalt gebietet und so sich die katastrophalen Abläufe von vor einer Woche nicht wiederholen. Deshalb waren am Dienstag die Verantwortlichen im Nohfelder Rathaus zu einer Lagebesprechung zusammengekommen. Gernot Müller, neuer Chef der federführenden Polizei in Türkismühle: "Es ging um die Nachbereitung des 1. Mai und wie wir uns 2014 darauf einstellen können." Sicherlich sei auch Christi Himmelfahrt als nächster Termin thematisiert worden. "Aber der bereitet uns weniger Kopfzerbrechen", sagte da der Polizeichef. Grund für den Optimismus: "Da kommen eher ältere. Bei den Jüngeren ist der Bostalsee am Tag der Arbeit Kult."

So war's denn auch: Müller gab kurz nach 14 Uhr am Vatertag Entwarnung: "Wir haben die Fremdkräfte bereits wieder entlassen" - georderte Kollegen der Polizeistellen in Homburg, Merzig, Sulzbach und der saarländischen Diensthundestaffel. Wie viele Beamte im Einsatz gewesen waren, verriet Gernot Müller nicht.

Anders die Besucherzahlen: "Wir haben einige hundert gezählt, die ganz ruhig auf mehreren Routen zusammengekommen sind." Seit zehn Uhr waren Ordnungshüter vor Ort und beobachteten unter anderem neuralgische Bollerwagenwege über Oberthal und aus Richtung Türkismühler Bahnhof sowie Peterberg. "Doch es war ganz im Gegensatz zum 1. Mai viel ruhiger. Es ist eben ein anderes Klientel, weniger Jugendliche." Unter ihnen hatten einige am Maifeiertag für handfesten Ärger, Müllberge und Alkoholleichen gesorgt (wir berichteten). Dies blieb laut Müller nun aus.

Hätte es Anzeichen gegeben, dass es zu einer ähnlichen Situation kommen könnte, wäre die Polizei bereits lange vor dem Bostalsee-Gelände eingeschritten, hatte Müller nach der gemeinsamen Besprechung mit den übrigen See-Beteiligten angekündigt: "Um den Jugendschutz durchzusetzen, wollen wir Gruppen bereits auf dem Weg zum See ansprechen." Denn der Türkismühler Polizeileiter, bis zu seinem kürzlichen Amtsantritt für das Saarland im Bereich Prävention tätig, habe als Ziel, vorbeugend tätig zu sein. Müller: "Wir werden Alkohol konfiszieren, wenn Kinder ihn dabei haben." Vor etwas mehr als einer Woche waren sturzbetrunkene Minderjährige im Krankenhaus gelandet. Deswegen: "Wir verfolgen auch jene, die Kindern Alkohol geben", kündigte Müller an. Das betreffe mit Sicherheit auch die Eltern.

Nicht nur die Polizei hatte sich auf den Vatertag eingestellt: Biergartenleiter Ralf Eickhoff sorgte für Sicherheitspersonal. Es sollte achten, dass weder Betrunkene noch Besucher mit Bollerwagen und mitgebrachten Getränken aufs Freigelände gelangten. Das Gleiche galt im Übrigen auch für den Landkreis, der so das Strandbad abriegelte.

Polizeileiter Müller wolle das Feiern keineswegs verbieten. "Aber es darf nicht in Alkoholexzesse ausarten", bei denen sogar Kinder Hochprozentiges in sich hineinschütten. Um dies einzudämmen, werde es 2014 mehr Kontrollen auf den Wegen dahin geben, ähnlich wie jetzt zu Christi Himmelfahrt.

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Müllberge, Schlägereien, Alkoholleichen: Zu den Auswüchsen am Tag der Arbeit rund um den Bostalsee hat sich auch Johannes Veit, Vorsitzender Jungen Union (JU) in der Gemeinde Nohfelden, geäußert. "Wir begrüßen die Maßnahmen der Behörden und des Biergartenbetreibers, einer Wiederholung der leicht arnachistischen Zustände vom 1. Mai vorzubeugen", schrieb er. Jedoch müssten sich Eltern und Jugendliche gleichermaßen in der Verantwortung sehen. "Feiern muss erlaubt sein, aber auch ohne Müll möglich."