Bosener Mühle wagt Neuanfang

Bosener Mühle wagt Neuanfang

St. Wendel/Nohfelden. Die Bosener Mühle - zwischen Bäumen nahe dem Bostalsee etwas versteckt gelegen und zuletzt in Vergessenheit geraten. Obwohl das Kunstzentrum wie eh und je Ausstellungen und Kursangebote in petto hat. Nur so richtig läuft die ganze Sache nicht mehr rund. Liegt es am angestaubten Programm? Das sei schon etwas in die Jahre gekommen, sagt Christoph Frisch

St. Wendel/Nohfelden. Die Bosener Mühle - zwischen Bäumen nahe dem Bostalsee etwas versteckt gelegen und zuletzt in Vergessenheit geraten. Obwohl das Kunstzentrum wie eh und je Ausstellungen und Kursangebote in petto hat. Nur so richtig läuft die ganze Sache nicht mehr rund. Liegt es am angestaubten Programm? Das sei schon etwas in die Jahre gekommen, sagt Christoph Frisch. "Es gibt inhaltliche Probleme. Seit Jahren wurde nichts mehr am Programm geändert." Was vor Jahrzehnten zu Beginn durchaus seine Berechtigung gehabt habe, komme heute oftmals gar nicht mehr bei potenziellen Besuchern an. Darum soll der Mann vom Fach ab sofort für frischen Auftrieb sorgen und hat dazu auch schon Ideen. Der Neunkircher will unter anderem die Fotografie stärken, die bislang keine herausragende Rolle gespielt habe. Das Ziel des 53-Jährigen aus Neunkirchen: "Ich will den Ort interessant machen." Denn die Akzeptanz von Kursprogramm und Ausstellungen seien rückläufig. Gegensteuern sei seiner Ansicht nach auch mit namhaften Dozenten möglich.

Auch was für Touristen

Eine ähnliche Stärkung schwebt auch dem Landkreis St. Wendel vor, der Frisch an die Leitungsstelle brachte. Doch ohne Geld sind Veränderungen kaum möglich. So investiert die Kreisverwaltung 200 000 Euro für ein neugestaltetes Umfeld, "um es nutzbar zu machen", kündigt Landrat Udo Recktenwald (CDU) an. 120 000 Euro stammten aus Fördertöpfen der Europäischen Union (EU), den Rest steuere das St. Wendeler Land aus eigener Kasse bei.

Zudem schwebt den Verantwortlichen ein Café vor, um auch jene zu locken, die vordergründig erstmal nicht so viel mit Kunst am Hut haben. "Wir setzen auch auf die Touristen, die mit der Eröffnung des Ferienparks am See zusätzlich kommen." Dieser vom international agierenden Konzern Center-Parcs in unmittelbarer Nachbarschaft betriebene Park wird laut bisherigem Plan Mitte dieses Jahres eröffnet.

Weitere 100 000 Euro koste ein Kulturfenster. Diese Ausstellung werde ein Schaufenster dessen, was die Region ausmache, beispielsweise Informationen zum Keltenpark in Nonnweiler. Geld dazu gebe es erneut von der EU und von Privaten. Weitere Ausstellungen schlagen laut Verwaltungschef mit 60 000 Euro zu Buche, für die der Landkreis aufkomme. Was die Kunstkursangebote betrifft - "die müssen sich über die Gebühren selbst tragen", fordert Recktenwald.

Die Bosener Mühle, organisatorisch mittlerweile ans kreiseigene Freizeitzentrum Bostalsee angedockt, soll keine reine Institution des Landkreises sein, die von einem eigenen Verein autonom geführt wird. Als Partner sind von der Partie: die Gemeinden, die Kulturlandstiftung (Kulani), die Köllerbacher Mittelaltergruppe "Die Tafelrunde", die ein Wochenende mit Fest gestalten will. Des Weiteren will der neue künstlerische Leiter Frisch Künstler der Region mit Veranstaltungen in Erinnerung rufen, ebenso das jüdische Erbe. Letzteres gehe in Zusammenarbeit mit Schulen und der Stiftung Kulturbesitz des Kreises St. Wendel einher. Und wann startet die Umsetzung? Laut Frisch und Recktenwald umgehend.

bosener-muehle.de

Foto: Landkreis

"Es gibt inhaltliche Probleme. Seit Jahren wurde nichts mehr am Programm geändert."

Christoph Frisch

AUF EINEN BLICK

Das Kunstzentrum Bosener Mühle lädt am Freitag, 15. März, 19 Uhr, zu einer Vernissage ein. Dort werden die Künstlerinnen Helga Bernhard und Gisela Schumann ihre Gemälden und Plastiken erstmals im Kunstzentrum ausstellen. Zur Vernissage werden beide Künstlerinnen anwesend sein. mcp