1. Saarland

Bliesmühle wird Hoflieferant

Bliesmühle wird Hoflieferant

Breitfurt/Eppelborn. Zur barocken Lebenslust gehörte früher natürlich auch das tägliche Brot. Die Bliesmühle in Breitfurt, ein Unternehmen der Juchem-Gruppe Eppelborn, wollte einen Beitrag zur Barockstraße Saarpfalz leisten und hat deswegen das Barock-Brot entwickelt

Breitfurt/Eppelborn. Zur barocken Lebenslust gehörte früher natürlich auch das tägliche Brot. Die Bliesmühle in Breitfurt, ein Unternehmen der Juchem-Gruppe Eppelborn, wollte einen Beitrag zur Barockstraße Saarpfalz leisten und hat deswegen das Barock-Brot entwickelt. In der hauseigenen Versuchsbäckerei wurde ein Barock-Brot aus Roggen, Dinkel, Äpfeln und Kartoffeln kreiert - alles Produkte, die einen Bezug zur Region Saarland haben. "Das Barock-Brot schmeckt nicht nur hervorragend, sondern ist auch optisch ein echter Hingucker, der aus dem Rahmen fällt. Das barocke Ornament, die so genannte Roncaille, wird mit Hilfe eines Brot-Stempels in das Brot geprägt; eigens wurden Tüten für das Barock-Brot entworfen", sagte die geschäftsführende Gesellschafterin Andrea Juchem im Gespräch mit unserer Zeitung. Aber nicht nur, dass es ein Barock-Brot gibt, Catharina Gräfin von Ottweiler präsentierte das neue Brot zudem bei einer Audienz im Ottweiler Witwenpalais und ernannte Andrea Juchem, Herrin der Bliesmühle zu Blieskastel-Breitfurt, zur offiziellen Hoflieferantin. Die Bliesmühle ist eine Weizenmühle mit Kleinverpackung. Die erste urkundliche Erwähnung dieser Mühle fand im Jahre 1425 statt, seither wird an diesem Standort Getreide zu Mehl verarbeitet. Das Gebäude liegt inmitten der Natur am Unterlauf der Blies, deren Wasserkraft zur Stromerzeugung genutzt wird.Tourismus ankurbelnAber zurück zur Gräfin. Natürlich hat nicht Catharina selbst Andrea Juchem ernannt. Die Gräfin ist lange tot. Brigitte Meister ernannte Andrea Juchem im Jahr 2007. Meister schlüpft seit Jahren immer wieder in die Rolle der Gräfin, um den Tourismus von Ottweiler und Umgebung anzukurbeln. Und was wäre eine Gräfin ohne Hofstab? Und als Hoflieferantin sorgt Andrea Juchem natürlich dafür, dass das Brot ein großes Verbreitungsgebiet hat. "Ich schätze, dass 40 Prozent saarländischer Bäcker das Barock-Brot mittlerweile backen", sagte Juchem. Und Meister ergänzte: "Auch über das Saarland hinaus, beispielsweise an der Mosel, ist das Brot erhältlich." Die Kunden schätzen laut Andrea Juchem neben dem neuartigen Geschmack, dass das Brot lange frisch bleibt. "Den Bäckern hat es Spaß gemacht, sich in die Barockzeit zu versetzen und dieses Brot zu entwickeln", erinnerte sich Juchem und fuhr fort: "Es war für die Bäcker eine Abwechslung zum normalen Alltagsgeschäft."