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Zahl der Covid-Patienten in Krankenhäusern in Grand Est sinkt zum ersten Mal

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Krise : Weniger Klinikeinweisungen wegen Coronavirus in Grand Est

Die Todesfälle in den Krankenhäusern der Region steigen auf 1471. Doch andere Zahlen machen Hoffnung. Ist der Höhepunkt der Epidemie dort erreicht?

Es ist noch zu früh, um sich wirklich zu freuen. Man sollte sich nicht in Sicherheit wiegen lassen. Davor warnen Ärzte und Politiker in der Grenzregion Grand Est. Doch nach nun mehr als fünf Wochen, währenddessen eine Hiobsbotschaft der anderen folgte, keimt wieder ein Funken Hoffnung in der vom Coronavirus stark betroffenen Region. Grund dafür sind die Zahlen der Covid-Patienten, die in die Krankenhäuser eingewiesen werden. Wurden vor einer Woche noch über 200 von ihnen täglich eingewiesen, sank die Zahl der Neueinweisungen innerhalb der vergangenen sieben Tage kontinuierlich. Am Sonntag waren es nur noch 37.

Seit dem Ausbruch der Epidemie sind nach Angaben der französischen Regierung bisher 1471 Menschen in den Krankenhäusern der Region Grand Est an den Folgen ihrer Corona-Erkrankung gestorben. Dazu kommen die Sterbefälle in den Altersheimen: 570 zählte bisher die regionalen Gesundheitsbehörde ARS. Auch in den nächsten Tagen wird die Zahl der Corona-Opfer in Grand Est höchstwahrscheinlich steigen. Denn 4739 Patienten werden zurzeit stationär behandelt, 950 von ihnen mit einem schweren Verlauf der Krankheit auf der Intensivstation. Doch auch hier zeichnet sich eine leichte Verbesserung der Lage ab. „In den letzten drei Tagen haben wir festgestellt, dass immer mehr Patienten von der Intensivstation auf eine normale Station verlegt werden konnten“, teilte die ARS am Sonntag mit. Zurzeit sei dies bei 30 Patienten täglich möglich im Gegensatz zu lediglich zehn bis 15 Anfang vergangener Woche.

Gegenüber der Zeitung Le Républicain Lorrain sagte François Braun, Leiter der Notaufnahme im Metzer Krankenhaus, dass die Intensivstationen zurzeit nicht mehr von der Überlastung bedroht seien. Vor einer Woche sah die Lage ganz anders aus. Als ähnlich wie im Elsass immer mehr Covid-Patienten auch in Lothringen beatmet werden mussten und die Plätze immer knapper wurden, hatte Krankenhaus-Leiterin Marie-Odile Saillard auf mehr Verlegungen in andere Regionen und ins Ausland gedrängt. Insgesamt wurden 156 Patienten aus der Region Grand Est im Ausland aufgenommen. 109 von ihnen in Deutschland, weitere in Luxemburg, Österreich und in der Schweiz. Außerdem fanden laut ARS 305 Verlegungen innerhalb Frankreichs statt.

Corona_in_Grand Est Foto: SZ/Steffen, Michael

Auch aus diesem Kreis der verlegten Patienten gibt es ermutigende Zeichen. Laut ARS wurden am Wochenende zwei Beatmungspatienten, die in Deutschland aufgenommen worden waren, zurück in die regulären Stationen der Krankenhäuser in Straßburg und Mülhausen gebracht, weil sich ihr Zustand deutlich verbessert hatte. Die Präsidentin des Départements Haut-Rhin (Colmar/Mühlhausen), Brigitte Klinkert, teilte am Wochenende mit, dass der erste französische Covid-Kranke, der von Mühlhausen nach Freiburg auf die Intensivstation gebracht worden war, wieder genesen nach Hause kehren konnte. Insgesamt wurden seit Beginn der Epidemie 2953 Covid-Patienten in der Region Grand Est wieder nach Hause entlassen.

Frankreichweit sind bereits mehr als 8000 Menschen an dem Coronavirus gestorben. 7000 Patienten werden noch in den Intensivstationen versorgt.