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Wie sicher sind Restaurants, Kinos und Saunen?

Corona : „Das Risiko ist überschaubar, wenn man sich an die Auflagen hält“

Im Sommer war es leichter, mit der Corona-Pandemie umzugehen. Wie wird es im Herbst, wenn das Wetter schlechter wird?

In eine Decke eingemummelt unterm Infrarotstrahler auf der Café-Terrasse? Lange Spaziergänge in der Daunenjacke mit Freunden. Oder doch besser gemütlich zu Hause kochen und digital mit dem Bekanntenkreis sprechen? Die Region stellt sich auf den ersten Corona-Herbst ein.

Gastronomie: Tische und Stühle sollten so lange wie möglich draußen stehen blieben, sagt der Chef des rheinland-pfälzischen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Gereon Haumann. Dafür müssten die Kommunen genehmigungsrechtliche Voraussetzungen und kostenfreie Sondernutzungsrechte verlängern. Die meisten Städte sind dazu bereit, wie der Geschäftsführer des Städtetags, Fabian Kirsch, berichtet. Der Mainzer OB Michael Ebling (SPD) – zugleich Vorsitzender des Städtetags – macht sich ebenfalls dafür stark. Er findet die in Corona-Zeiten ausgeweiteten Gastronomieflächen „belebend“.

Outdoor-Events: „Wir wollen Freizeitangebote im Freien auch in der kalten Jahreszeit promoten“, sagt Städtetagsgeschäftsführer Kirsch. Sonst drohten die Menschen Versammlungen ins Private zu verlagern, was noch schwerer zu kontrollieren sei. „Wir brauchen Zerstreuungsmöglichkeiten, die coronakonform sind.“ Kirsch sieht „eine große Offenheit“ der Städte, dabei auch private Initiativen zu unterstützten, wenn sie gute Ideen haben. Das komme dann auf den Einzelfall an. „Wir sind Meister des Absagens geworden“, bedauert der Mainzer OB Ebling. „Wir prüfen jetzt, was möglich ist, was den Menschen Sicherheit gibt, aber auch ihren Bedürfnissen nach Zerstreuung und Freude gerecht wird.“

Saunen: „Der Mensch sucht in der Kälte die Wärme“, sagt Hans-Jürgen Gensow vom Deutschen Sauna-Bund. Viele Saunen in kommunaler Hand öffneten erst jetzt langsam wieder. „Das Risiko ist überschaubar, wenn man sich an die Auflagen hält“, sagt Gensow. In der Pandemie sei aber noch wichtiger als sonst: Wer sich nur leicht angeschlagen fühle, solle der Sauna fern bleiben. Gensow rechnet in der Saison insgesamt mit weniger Besuchern als im Vorjahr.

Kinos: Große und kleine Kinobetreiber fürchten weiter um ihre Existenz und kämpfen um Besucher. „Wir freuen uns sehr, dass ‚Tenet’ an seinem Startwochenende wirklich positive Besucherzahlen erzielt hat. Das bestärkt uns in unserer Einschätzung, dass gute und neue Produktionen auch stabile Besucherzahlen ergeben“, sagt Christine Berg, Vorstand HFD Kino, der zentralen Interessensgemeinschaft der Kinobetreiber in Deutschland. „Wir hoffen daher inständig, dass ab jetzt keine Neustarts mehr verschoben werden.“ Solange die Abstandsregel von 1,50 Meter gelte und die Kinos nur maximal mit 20 bis 25 Prozent ihrer Kapazitäten besetzt seien, bleibe es aber schwierig. „Dieses Szenario müssen wir endgültig durchbrechen.“