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VW-Tochter will in Deutschland und Österreich 9500 Stellen streichen

Automobilbranche : MAN-Werk in Wittlich vor der Schließung?

In Wittlich machen sich die 90 Beschäftigten im MAN-Werk Sorgen um ihre Zukunft. Der Konzern will Tausende Stellen streichen. Das Werk in Wittlich könnte betroffen sein.

Der VW-Konzern hat für seine LKW- und Bussparte MAN in Deutschland und Österreich ein Sparprogramm auflegen. 9500 Stellen sollen gestrichen werden, das MAN-Werk in Wittlich könnte sogar ganz geschlossen werden, wie Nachrichtenagenturen berichten.

In der Region ist man von der Entscheidung überrascht. Der IG-Metall-Bevollmächtigte, Christian Schmitz, sagte dem TV auf Anfrage: „Die Stellenabbaupläne wurden der Arbeitnehmerseite bereits inoffiziell vor Wochen mitgeteilt. Aber dass der Standort Wittlich in Frage steht, können wir nicht verstehen. In Wittlich wird profitabel gearbeitet.“ 90 Mitarbeiter von MAN fertigen in der Stadt an der Lieser Sonderanfertigungen für LKW an, etwa Fahrerkabinen für Feuerwehrautos. „Die Nachfrage nach solchen speziellen Anfertigungen ist ungebrochen hoch und lässt sich nicht globalisieren. Wir werden hier um jeden Arbeitsplatz kämpfen“, so IG-Metall-Chef Schmitz.

MAN ist auf Sparkurs: Bis 2023 solle eine Ergebnisverbesserung von 1,8 Milliarden Euro erzielt werden, teilte die Münchener Tochter aus der Nutzfahrzeugholding Traton am Freitag mit. In allen Bereichen sollen Stellen wegfalle, zudem wollen die Manager Produktion und Entwicklung an andere Standorte verlegen. Der Produktionsstandort im österreichischen Steyr und die Betriebe in Plauen (Sachsen) und Wittlich (Rheinland-Pfalz) könnten ganz geschlossen werden, berichte die dpa. Für den Umbau veranschlagt MAN Kosten im mittleren bis oberen dreistelligen Millionenbereich. Nun sollen zeitnah Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern aufgenommen werden.

„Die beabsichtigte Neuausrichtung wird eine grundlegende Restrukturierung des Man Truck & Bus-Geschäfts in allen Bereichen, einschließlich einer Neuaufstellung des Entwicklungs- und Produktionsnetzwerks sowie einen signifikanten Stellenabbau erfordern“, hieß es in der Mitteilung weiter. „In diesem Zusammenhang sind teilweise Verlagerungen von Entwicklungs- und Produktionsprozessen an andere Standorte geplant.“