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Wenn im Stadtgarten Jagd auf die Sau gemacht wird

Wenn im Stadtgarten Jagd auf die Sau gemacht wird

Saarlouis. Stadtpark Saarlouis. Vorsicht, hier wird heute scharf geschossen! Auf vielen Plätzen und Wegen rund um die Sportanlage des Boule-Clubs Saarlouis klirrt, scheppert und klackt es unentwegt. Blankes Stahl schmettert im Sekunden-Takt gegen blankes Stahl. 43 Boule-Teams aus Frankreich, Luxemburg, Belgien und Deutschland machen beim 44

Saarlouis. Stadtpark Saarlouis. Vorsicht, hier wird heute scharf geschossen! Auf vielen Plätzen und Wegen rund um die Sportanlage des Boule-Clubs Saarlouis klirrt, scheppert und klackt es unentwegt. Blankes Stahl schmettert im Sekunden-Takt gegen blankes Stahl. 43 Boule-Teams aus Frankreich, Luxemburg, Belgien und Deutschland machen beim 44. "Grand Prix d'Allemagne" Jagd auf kleine rote Schweinchen. Aber halt! Boule-Spieler sind keine Tierquäler. Die Schweinchen sind aus Holz und dienen als Zielkugeln. Wer seine schweren Eisenkugeln am nächsten an die "Sau" legt, macht den Punkt. Platziert ein Zweierteam in einem Durchgang weitere Kugeln näher an das "cochonnet" als der Gegner, gibt es weitere Punkte. Gewonnen hat das Team, das zuerst 13 Punkte erreicht hat. Die Regeln bei diesem Präzisionsspiel sind einfach, Technik und Taktik dagegen sehr komplex. Ein Meister seines Fachs ist Rosario Italia vom Bundesligisten BC Saarwellingen, der in Saarlouis mit Amedeo La Mattina am Start ist. Doch irgendwie laufen die Kugeln beim mehrfachen deutschen Meister heute nicht so richtig rund. Bereits im zweiten Spiel scheidet der Favorit aus dem A-Turnier aus. "Wir haben im Vorfeld nur wenig trainieren können. Unsere Gegner haben aber einfach konstanter gespielt", seufzt der fünffache WM-Teilnehme. Thomas Schorr und Dirk Schmidt sind vom deutlichen 13:8-Sieg selbst überrascht. "Rosario und Amedeo haben unter ihrem Niveau gespielt", zollt Schorr den Altstars Respekt. Nur wenige Meter weiter geht es in einer Partie des parallel stattfindenden 15. Saar-Lor-Lux-Damenturniers weitaus spannender zu. Carina Zimmer und Audrey Walter aus Hüttigweiler lagen gegen die Zweibrückerinnen Mary Müller und Erika Reinhardt schon 5:9 zurück, kämpften sich aber wieder heran und gewinnen mit 13:10. Bei einer knappen Entscheidung halfen die Metzer Paul Gilles und Jean-Piere Heusseret vom Nachbarplatz mit ihrem Rollmeter aus. Anders als die überwiegend französischen Teams am Start sind die zwei Metzer zum ersten Mal in Saarlouis. "Und wir sind von dieser Wettkampfstätte begeistert", schwärmt Paul Gilles. Auch Mary Müller hat es trotz Niederlage gut gefallen. Sie verspricht, im nächsten Jahr wiederzukommen. "Dann bringen wir aber besseres Wetter mit", grinst die Pfälzerin. Der anhaltende Nieselregen war auch der Grund, warum bei der 44. Auflage des Traditionsturniers "nur" 43 Mannschaften teilnahmen. "Im vergangenen Jahr haben an den zwei Turnieren rund 100 Teams teilgenommen", sagt der Präsident des Saarlouiser Boule-Clubs, Sascha Engel. ros

HintergrundDer Saarlouiser Boule-Club wurde 1966 von sieben Männern im Ausflugsrestaurant "Kater-Turm" gegründet. In einer Zeit, in der man in Deutschland das Spiel mit den silbernen Kugeln höchstens aus dem Frankreich-Urlaub kannte. Schnell gewann Boule in der Stadt an Popularität. Ende des Gründungsjahres zählte der Verein bereits 60 Mitglieder. Das ist auch der Stand."Wir haben einen Altersdurchschnitt von 35 Jahren", sagt Präsident Sascha Engel, der mit 28 zu den jüngsten Vereins-Bossen im Saarländischen Boule-Verband zählt. rosAuf einen Blick"Grand Prix d'Allemagne": 1. Laterza/Catazo (Schuffelange); 2. D. Monti/Raimondo (BC Saarwellingen); 3. Ludwig/Blass (BC Saarwellingen).Damen-Turnier: 1. Andres/Schütz (RKV Ensdorf); 2. Engel/Webers (TV Steinrausch); 3. George/Calvi (Belvaux). ros