Tornado in Luxemburg sorgt für "Katastrophenszenario"

Hundert Häuser zerstört : Tornado hinterlässt 19 Verletzte und 300 beschädigte Häuser

( Abgedeckte Dächer, zerstörte Autos, umgeknickte Strommasten: Ein Tornado hat am Wochenende in Luxemburg eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Im Süden des Landes machte der Sturm am Freitagabend bis zu 100 Häuser unbewohnbar, 19 Menschen wurden verletzt.

Auch in Lothringen, dem Saarland und Rheinland-Pfalz richteten Unwetter Schäden an.

In Luxemburg sagte ein Sprecher der Einsatzzentrale am Sonntag, das Unwetter habe in den Ortschaften Petingen und Kaerjeng rund 300 Gebäude beschädigt oder gar abgedeckt. Die Regierung versprach den Betroffenen Hilfe. „Wir lassen keinen im Regen stehen“, sagte der liberale Premierminister Xavier Bettel nach einer Sondersitzung des Kabinetts. 100 Rettungskräfte der Feuerwehr und etwa 50 Soldaten des luxemburgischen Heers packten am Sonntag noch mit an.

Die beiden betroffenen Gemeinden hätten derzeit rund 60 Menschen in Hotels untergebracht, sagte der Sprecher. Viele seien aber auch bei Freunden und Familien untergekommen. Fast alle Straßen seien mittlerweile wieder geräumt. „Priorität ist jetzt, die beschädigten Dächer zu isolieren“, sagte der Sprecher. Zwei der 19 Verletzten waren am Sonntag noch im Krankenhaus: Eine Person erlitt den Angaben zufolge Knochenbrüche, eine andere sei nach einem Herzinfarkt in kritischem Zustand.

Neben abgedeckten Häusern säumten zerstörte Autos und umhergewirbelte Trümmer die Straßen. Der Tornado knickte Bäume um sowie vier Strommasten. Ein Bewohner von Kaerjeng sagte: „Es ist schrecklich. Alles ist kaputt.“ Luxemburgs Großherzog Henri machte sich am Samstag vor Ort ein Bild von der Lage - ebenso wie Regierungschef Bettel, der seinen Urlaub unterbrach.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bestätigte, dass es sich um einen Tornado handelte. Dies belegten Bilder und Videoaufnahmen aus unterschiedlichen Quellen, so ein Sprecher. Der Tornado betraf auch den Norden des französischen Départements Meurthe-et-Moselle, das an Luxemburg grenzt. In den Gemeinden Longwy und Herserange wurden Dutzende Dächer abgedeckt. Verletzt wurde aber niemand, wie das Radionetzwerk France Bleu am Samstag berichtete. Auch auf saarländischer Seite gab es am Freitagabend Unwetter. Mancherorts geriet der Verkehr durch entwurzelte Bäume ins Stocken. Straßen wurden überspült und Keller liefen voll Wasser. Eine Autofahrerin erlitt bei einem Unfall bei Beckingen leichte Verletzungen, als ein Ast auf ihren Wagen stürzte.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes soll es im  Saarland in den kommenden Tagen überwiegend trocken bleiben. Jedoch würden auch die Temperaturen sinken, hieß es. Die Höchstwerte lägen dann in ganz Deutschland bei etwa 20 bis 25 Grad, wie DWD-Meteorologe Martin Jonas am Sonntag sagte.

(dpa)
Mehr von Saarbrücker Zeitung