Nachfrage steigt Aktive Sterbehilfe in Luxemburg – auch Grenzgänger können sie in Anspruch nehmen

Luxemburg  · Im Großherzogtum steigt die Zahl der Menschen, die selbstbestimmt ihrem Leben ein Ende setzen wollen. 34 Mal ist im vergangenen Jahr die Tötung auf Verlangen erfolgt. Auch Deutsche können die Vorgaben dazu erfüllen.

 Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten, in Luxemburg seit 15 Jahren erlaubt. Foto: dpa

Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten, in Luxemburg seit 15 Jahren erlaubt. Foto: dpa

Foto: dpa/Patrick Seeger

Als drittes Land weltweit hat Luxemburg vor 15 Jahren aktive Sterbehilfe straffrei gestellt und im Gesetz zur Euthanasie und zur Beihilfe zum Suizid festgeschrieben. Ein Projekt, das das kleine Land in eine Krise stürzte, im Parlament nur knapp durchkam und zur Verfassungsänderung führte. Denn das Staatsoberhaupt, Großherzog Henri, wollte damals aus Gewissensgründen das neue Gesetz nicht unterschreiben. Doch der von vielen in Gesellschaft, Kirche und Politik gefürchtete Missbrauch ist ausgeblieben, einen „Sterbetourismus“ wie in die Schweiz gibt es in Luxemburg nicht: von fünf Fällen in den ersten beiden Jahren bis zuletzt 34 Menschen im Jahr 2022, die auf Verlangen getötet wurden. Die meisten leiden an unheilbarem Krebs oder neurodegenerativen Krankheiten wie Parkinson.