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Plagiats-Vorwurf: Luxemburgs Regierungschef Xavier Bettel in der Kritik

Abschlussarbeit im Fokus : Plagiats-Vorwurf: Luxemburgs Premierminister Bettel soll abgeschrieben haben

Hat der luxemburgische Regierungschef Xavier Bettel für seine Abschlussarbeit über weite Teile abgeschrieben, ohne die Quelle anzugeben? Das berichtet ein Magazin im Großherzogtum.

Aufregung im Nachbarland: Xavier Bettel habe laut einem Medienbericht in seiner Abschlussarbeit an der französischen Universität Nancy im Jahr 1999 Inhalte aus anderen Abhandlungen ohne Angabe der Quelle übernommen. Die Rede ist von einem „akuten Plagiatsverdacht, der in seinem Ausmaß seinesgleichen sucht“, schreibt das luxemburgische Online-Journal „Reporter.lu“ am Mittwoch.

Das Magazin hat nach eigenen Angaben exklusiven Einblick in die damalige 56 Seiten umfassende Arbeit erhalten können. Lediglich auf zwei Seiten habe man keine plagiierten Textpassagen feststellen können. Mehrere unabhängige Forscher hätten den Plagiatsbefund gegenüber der Redaktion bestätigt. Der seit 2013 regierende Politiker habe demnach „seitenlang“ Inhalte anderer Abhandlungen übernommen, ohne Angabe zur Quelle - in den Anmerkungen oder Fußnoten - zu machen. Bettel hatte in seiner Arbeit über eine Reform des Wahlsystem für das Europäische Parlament geschrieben.

Was sagt der Regierungschef des Großherzogtums dazu?

Auf SZ-Anfrage teilte Bettels Büro am Mittwoch mit, dass der heute 48-jährige Premier seiner Erinnerung nach die damalige Abschlussarbeit „nach bestem Wissen und Gewissen“ erstellt habe. „Vor über 20 Jahren habe ich im Rahmen eines weiterführenden Studiums (Diplôme d’Études Apprfondies) meine DEA-Abschlussarbeit verfasst, die von der Universität Nanzig (Université Nancy-II) evaluiert und anerkannt wurde.“

Doch Bettel räumt Versäumnisse ein: „Aus heutiger Sicht erkenne ich, dass man es hätte anders machen sollen, ja vielleicht anders machen müssen.“ Der Premier erklärte zudem, dass er der Universität in Bezug auf die aktuellen Vorwürfe in ihrem Urteil vertraue – also ob die betreffende Arbeit den Kriterien der damaligen Zeit entspreche. „Sollte dies nicht der Fall sein, akzeptiere ich natürlich eine entsprechende Entscheidung“, teilte Bettel am Mittwochvormittag weiter mit.