Seit 15 Jahren erlaubt Warum Luxemburg über die Frage der Sterbehilfe in eine Staatskrise geriet

Luxemburg · Ein weinender Premier, Vergleiche mit der Nazi-Zeit und ein entmachteter Großherzog: Im Nachbarland zerreißt das Gesetz zur „Euthanasie“ vor 15 Jahren beinahe Gesellschaft und politisches System.

Luxemburg: Wie die Sterbehilfe eine Staatskrise auslöste
Foto: dpa/Ronald Wittek

Als vor 15 Jahren das „Gesetz zur Euthanasie und zur Beihilfe zum Suizid“ in Luxemburg als erst drittem Land weltweit in Kraft tritt, ist diesem ein langer und zermürbender Einigungsprozess vorangegangen, der den Staat und seine Repräsentanten in eine massive Krise stürzt. Während im deutschen Sprachgebrauch der Begriff der Euthanasie verkürzt mit der gezielten Tötung von Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen durch die Nationalsozialisten in Verbindung gebracht wird, wird er in anderen Sprachen und Ländern wie etwa Luxemburg uneingeschränkt benutzt.