Nachhaltigkeit im Großherzogtum In Luxemburgs Geschmacksschule geht es um regionale Esskultur

Tandel · Luxemburgs Geschmacksschule ist 2007 als dezentrales Pilotprojekt gestartet. Nun hat die École du Goût nahe Vianden erstmals feste Räume bekommen. Das Ziel ist nach wie vor: mehr nachhaltige, regionale und gesunde Esskultur auf den Tellern.

Die Geschmacksschule in Brandenbourg will ein Bewusstsein für Vielfalt und den eigenen Geschmack schaffen - und orientiert sich dabei auch an der Sinnesschulung der französischen „Classes du Goût“.

Die Geschmacksschule in Brandenbourg will ein Bewusstsein für Vielfalt und den eigenen Geschmack schaffen - und orientiert sich dabei auch an der Sinnesschulung der französischen „Classes du Goût“.

Foto: dpa-tmn/Andreas Drouve

In Luxemburg gibt es jetzt eine Geschmacksschule – die École du Goût hat Anfang Mai im Tandener Ortsteil Brandenbourg eröffnet. Die Geschmacksschule der drei Naturparke Luxemburgs, Öewersauer, Our und Mëllerdall, ist in einer alten Mühle und früheren Molkerei nahe Vianden untergebracht. Ziel der École du Goût ist es, sowohl Kindern als auch Erwachsenen die Freude an einer nachhaltigen, regionalen und gesunden Esskultur näher zu bringen – mittels der drei Säulen „Schmaacherliefnis“, „Schmaachstonnen“ und „Schmaachprofien“.

Beim „Schmaacherliefnis“ können Schulklassen an einer Aktivität der Geschmacksschule teilnehmen. Dabei wird auch gemeinsam gekocht oder gebacken, manchmal sollen Aktivitäten auf pädagogische Bauernhöfe ausgelagert werden, um den Kindern den Weg der Körner bis zum Brot oder von der Kuh bis zur Butter näher zu bringen. Im Rahmen der „Schmaachstonnen“ werden Workshops für Schulklassen und Weiterbildungen für Lehrpersonal und Erzieher angeboten. Das Angebot „Schmaachprofien“ richtet sich an regionale Produzenten und Köche sowie andere Professionelle aus der Lebensmittelbranche. Dabei geht es darum, regionale Produkte zu vermarkten und Nachhaltigkeit in Unternehmen zu fördern.

Luxemburger Geschmacksschule startete 2007 als Pilotprojekt

Bei Veranstaltungen und Schaukochen soll die Sensibilität der Geschmackssinne und die Ausdrucksfähigkeit der Wahrnehmung verbessert werden, aber auch ein Bewusstsein für die Vielfalt an Essen und dem eigenen Geschmack geschaffen werden, heißt es in der Vorstellung des Projektes. Das Konzept orientiert sich an der Sinnesschulung der französischen „Classes du Goût“ und wurde an das luxemburgische Umfeld angepasst – so ist die Verknüpfung von Sinnes- und Geschmacksschulung mit Themen der Gesundheit, des bewussten Konsums und der Nachhaltigkeit verbunden.

Zum Gelände rund um die Geschmacksschule gehören ein pädagogischer Garten, Photovoltaikpaneele, die eine Ladestation für Elektrofahrräder versorgen, und Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Die Arbeiten wurden Ende 2019 begonnen und belaufen sich auf Gesamtkosten in Höhe von drei Millionen Euro.

Ins Leben gerufen hat das Projekt 2007 der Naturpark Our in einer ersten Pilotphase. Seit Mitte 2018 umfasst die Geschmacksschule auch die Gemeinden der Naturparke Mëllerdall und Öewersauer. Allerdings lief das Projekt bisher ausschließlich dezentral – Mitarbeiter der École du Goût haben die Projekte auf Veranstaltungen oder in Klassen vorgestellt. Nun gibt es eine feste Adresse und eigene Räume in Tandel.

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