Weniger Kosten, mehr Mitsprache Luxemburg-Stadt fördert Hausgemeinschaften und partizipatives Wohnen

Luxemburg-Stadt · Mehr Mitspracherecht am späteren Zuhause und weniger Kosten beim Kauf: Mit diesen Vorteilen wirbt die Stadt-Luxemburg für partizipatives Wohnen. Für solche Hausgemeinschaften stellt die Stadt vier Grundstücke zur Verfügung. Interessierte müssen sich bewerben.

 In partizipativen Wohngruppen sind Privatpersonen stärker involviert als bei einem klassischen Immobilienkauf.

In partizipativen Wohngruppen sind Privatpersonen stärker involviert als bei einem klassischen Immobilienkauf.

Foto: dpa-tmn/Bernd Diekjobst

Die Stadt Luxemburg startet ein weiteres Projekt für partizipatives Wohnen. Dafür stellt sie vier Grundstücke, die ihr in den Stadtteilen Hollerich, Merl und Neudorf/Weimershof gehören, zur Verfügung. Auf den Grundstücken können insgesamt zwischen 20 und 27 Wohnungen entstehen. „Partizipative Wohngruppen schaffen eine größere Solidarität und dauerhafte Bindungen zwischen zukünftigen Nachbarn, was eine wichtige soziale Komponente darstellt“, teilt die Stadt mit. Und: „Von Beginn des Projekts an sind die Privatpersonen als Teil der partizipativen Wohngruppe stärker involviert als bei einem klassischen Immobilienkauf bei einem Bauträger“.

Es ist das zweite Projekt dieser Art, das nach ersten Projekt in Belair und Bonnevoie im Jahr 2017 nun wiederholt werden soll. Das Konzept des partizipativen Wohnens richtet sich an natürliche Personen, die sich zusammenschließen, um sich am Kauf eines Grundstücks, an der Planung und am Bau zu beteiligen. Sie sollen später die Verwaltung übernehmen.

Mehr Mitsprache am späteren Zuhause

Bewerber können sich in verschiedene Phasen von Planung, Entwurf über den Bau einbringen. Damit hätten sie, so die Stadt, eine „höhere Entscheidungsbefugnis“ und könnten die Qualität des Projekts beeinflussen – etwa durch Wahl umweltfreundlicher Baumaterialien oder Bevorzugung autofreier Wohnungen.

Die Stadt überlässt den am Projekt Beteiligten die Wahl zwischen Erwerb des vollen Eigentums oder Erbpachtrecht über 99 Jahre. Um Gruppenbildung zu fördern und Interessierte zu informieren, gibt es drei Workshops. Darin soll es auch Hilfe bei der Erstellung der Bewerbungsunterlagen geben.

Partizipatives Wohnen senkt Kosten

Um förderfähig zu sein, müssen die Gruppen aus natürlichen Personen bestehen, die weder Eigentümer, Erbpächter noch Nießbraucher einer Wohnung oder eines Baugrundstücks sind, noch Anteile an einer Gesellschaft halten und auch keine Wohnungen besitzen. Bewerber müssen in dem Projekt ihren Hauptwohnsitz haben, Vermietungen sind nicht erlaubt. Die partizipativen Wohngruppen werden in einem formellen Vergabeverfahren und auf der Grundlage der Bewerbung ausgewählt. Eine Präsentation der Gruppe und des Projekts des Zusammenlebens gehört dazu.

Diese Form des gemeinschaftlichen Wohnens ermöglicht nach Angaben der Stadt Luxemburg auch einen niedrigeren Preis im Vergleich zum herkömmlichen Kauf. „Erfahrungsgemäß sinken die Gemeinkosten für Wohnungen und Häuser um etwa 15 bis 20 Prozent“, teilt die Stadt mit. Die Einsparungen kämen vor allem zustande, weil Fähigkeiten von Mitglieder der Gemeinschaft genutzt, und weil Makler- und Händlergebühren gespart werden.

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