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Religionsunterricht
Luxemburg schafft Religion in Grundschulen ab

Luxemburg. In Luxemburg wird das Fach Religion jetzt auch an den Grundschulen abgeschafft. Stattdessen soll es einen neutralen Werteunterricht geben.

Ab dem kommenden Schuljahr wird es in Luxemburg auch in Grundschulen keinen konfessionellen Religionsunterricht mehr geben, sondern einen neutralen Werteunterricht. Das hat das Parlament des Großherzogtums am Dienstagabend nach einer intensiven Debatte beschlossen. An den weiterführenden Schulen hatte das neue, für alle Kinder verpflichtende Fach „Leben und Gesellschaft“ bereits im vergangenen Sommer den Religionsunterricht ersetzt.



Die bisher beim Erzbistum angestellten Religionslehrer konnten sich in den vergangenen Monaten mit Weiterbildungskursen für das neue Fach qualifizieren. Sie erhielten zudem die Möglichkeit, vom Bildungsministerium als Lehrer für das neue Fach übernommen zu werden. Jahrzehntelang hatten Schüler im Großherzogtum zwischen dem Religions- und einem konfessionslosen Moralunterricht wählen können.

Der Abgeordnete der die Regierung anführenden liberalen Partei DP, Claude Lamberty, verteidigte das Gesetz mit der Vision einer religionsneutralen Schullandschaft. „Wir wollen eine Schule, die unsere Schüler nicht trennt, wenn es um die großen Lebensfragen geht. Wir wollen den Dialog zwischen den Lebens- und Glaubensauffassungen schaffen.“ Kinder sollten sich ihren eigenen Wertekanon aufbauen können.

Die christlich-soziale Oppositionspartei CSV lehnte den Entwurf ab und sprach sich dafür aus, dass Eltern weiter zwischen Religions- und Werteunterricht wählen können sollten. „Wir sind und bleiben der Meinung, dass der Wunsch der Eltern respektiert werden muss“, sagte Generalsekretär Laurent Zeimet.

Die seit 2013 amtierende Regierung Xavier Bettels strebt eine stärkere Trennung im Staat-Kirche-Verhältnis an. Die Kultusgemeinschaften erhalten nach einem Abkommen von 2015 sukzessive weniger finanzielle Unterstützung vom Staat. Neu eingestellte Kultusdiener müssen künftig von den Kirchen und Glaubensgemeinschaften statt vom Staat bezahlt werden. Umstritten ist die Zusammenführung des lokalen Kirchenvermögens in einem Fonds. In dem traditionell katholischen Großherzogtum bekennen sich nur noch rund 40 Prozent der Bevölkerung zur Kirche.