Regionaler Leitartikel Kulturhauptstadt „Esch2022“: Nachhaltiges Projekt oder nur teure Show?

Meinung | Esch/Alzette · Schon 1995 und 2007 war Luxemburg, allein oder mit der Großregion, Kulturhauptstadt Europas. Damals gab es viele Erfolge vorzuweisen. Nun trägt Esch/Alzette mit seinen Nachbarkommunen den Titel und eröffnet an diesem Samstag sein Kulturjahr. Worauf darf man hoffen?

Kulturhauptstadt "Esch2022" in Luxemburg: Teure Show oder nachhaltiges Projekt?
Foto: Sophia Schülke

An Luxemburg scheiden sich zuweilen die Geister. Für die einen ist es ein Steuerschlupfloch ohne richtige produzierende Wirtschaft, mit schmutzigem Stahlkocher-Erbe und viel lästigem Stau. Andere reduzieren es auf die Philharmonie, Sterneköchin Léa Linster und Wein von der Mosel. Tatsächlich hat Luxemburg nach internationalen Skandalen wie den LuxLeaks und Panama Papers mit einem Image zu kämpfen, dass seine gesellschaftliche Vielfalt und kulturelle Lebendigkeit zuweilen in den Hintergrund treten lässt. Die Chance, sich der Welt im besten Licht zu zeigen, bietet der Titel der Europäischen Kulturhauptstadt, den Esch/Alzette mit umliegenden Kommunen im Süden Luxemburgs und einigen Nachbarn im Norden Lothringens in diesem Jahr trägt.