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In drei Sprachen zwei Tage lang über Filme diskutieren

In drei Sprachen zwei Tage lang über Filme diskutieren

Saarbrücken. Zweieinhalb Tage lang Kinofilme ansehen? Was nach gemütlichem Wochenende klingt, war in diesem Fall harte Arbeit: Sieben Jugendliche aus dem Saarland, aus Lothringen und Luxemburg tagten am Wochenende im Kultur- und Werkhof Nauwieser 19, um die Filme für den Jugend-Filmwettbewerb Créajeune auszuwählen, der im Januar in Metz stattfindet

Saarbrücken. Zweieinhalb Tage lang Kinofilme ansehen? Was nach gemütlichem Wochenende klingt, war in diesem Fall harte Arbeit: Sieben Jugendliche aus dem Saarland, aus Lothringen und Luxemburg tagten am Wochenende im Kultur- und Werkhof Nauwieser 19, um die Filme für den Jugend-Filmwettbewerb Créajeune auszuwählen, der im Januar in Metz stattfindet. Samstagmittag, 12 Uhr: Adeline Mikailovic, Praktikantin beim Saarländischen Filmbüro, startet am Laptop den Film, "La bataille de minus", in dem gemalte Papierfiguren in eine verrückte Handlung verstrickt werden. "C'est tout à fait fiction" ("Das ist reine Fiktion"), findet Anne-Sophie (15) aus Nancy. "Der Film ist kurz, die Botschaft kommt an", lobt Ryan (19) aus Luxemburg. Reihum geben die Jurymitglieder ihren Kommentar ab, danach vergeben sie Noten, nach denen am Ende eine Auswahl getroffen wird. Denn nur ein Teil der eingesandten Beiträge kann beim Wettbewerb am 13. und 14. Januar in Metz gezeigt werden. "Aber wir bemühen uns natürlich darum, möglichst viele Filme zu zeigen", betont Regine Ratke vom Saarländischen Filmbüro. Schließlich sei Créajeune für viele Kinder und Jugendlichen die erste Chance, einen eigenen Film öffentlich zu präsentieren. Eine Auswahl muss dennoch getroffen werden - zum einen, um die Qualität zu sichern, zum anderen, weil an zwei Tagen nur eine gewisse Anzahl von Filmen gezeigt werden kann. Spannende Themenwahl125 Einsendungen gingen für den bevorstehenden Wettbewerb ein, berichtet Sigrid Jost vom Filmbüro. "2009 waren es 85 Filme, 40 davon wurden im Wettbewerb gezeigt." Dass Jugendliche aus der Grenzregion bei Créajeune die Jury bilden, hält Thierry Leger vom Soziokulturellen Zentrum "Le Lierre'' in Thionville für eine gute Idee. Als Moderator leitet Leger die Jurysitzungen. Wichtig ist ihm die Diskussion über die einzelnen Filme. Die wird im Wechsel mal auf Deutsch, mal auf Französisch und gelegentlich auch auf Englisch geführt. Gerade das macht die Juryarbeit für die Jugendlichen so interessant. "Das Besondere an dieser Jury ist, dass wir hier in verschiedenen Sprachen über Filme sprechen", meint nicht nur Valentine. Ryan findet es außerdem spannend, Unterschiede in Themenwahl und Ästhetik zu entdecken. Ein Film über Recycling zum Beispiel, wie er von Kindern aus Lothringen gedreht wurde, würde in Luxemburg seiner Meinung nach niemanden interessieren. Für Gesine, die zur Zeit ein Freiwilliges Soziales Jahr an der Saarbrücker Uni macht, bietet die Mitarbeit in der Jury eine gute Möglichkeit, Einblicke in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu gewinnen.rae www.filmbuero-saar.de.

Hintergrund Créajeune ist ein Gemeinschaftsprojekt des Saarländischen Filmbüros, der Ligue de l'Enseignement/FOL Moselle, des Institut Regional du Travail Social (IRTS) de Lorraine, des Centre Social et Culturel Thionville Est "Le Lierre" und des Service National de la Jeunesse Luxemburg. Kooperationspartner sind die Landesmedienanstalt Saarland und die Landeszentrale für politische Bildung des Saarlandes. rae