Im Gummiboot lässig dümpeln

Wasser zieht viele Menschen magisch an. Das lässt sich an Bächen, Flüssen, Teichen und Seen beobachten. Die Entspannung „am Wasser“ kann dabei sehr unterschiedlich ausfallen. Die SZ stellt einige Gewässer und deren Reize in einer Serie vor. Heute: der Badesee von Remerschen in Luxemburg.

Baggerseen oder Kiesteiche in der Nähe waren früher für Kinder fast so etwas wie kleine Paradiese auf Zeit. Vor allem in den Sommerferien boten solche Gewässer die Möglichkeit zum kostenlosen Freizeit- und Badespaß, selbst wenn das offiziell nicht erlaubt war. Wer heutzutage in unserer Region seine Kindheitserinnerungen auffrischen möchte, der kann das - absolut legal - in Luxemburg tun. Im Naturreservat "Haff Réimech" bei Schengen gibt es einen Badesee.

In Remerschen entstand zwischen der Mosel und den Weinbergen auf einer ehemaligen Kiesabbaufläche ein zusammenhängendes Feuchtgebiet mit einer Gesamtfläche von 130 Hektar. Die "Zone de récréation et de sports de Remerschen" dient Einheimischen, aber auch Besuchern zur Naherholung. Am größten der einstigen Baggerseen liegt jetzt ein Strandbad. Dort können die Besucher für drei Euro von morgens bis abends faulenzen, picknicken, grillen, plantschen, baden, im drei bis sechs Meter tiefen Wasser richtig schwimmen, sich auf einer Luftmatratze im Wasser sonnen oder mit einem Gummiboot auf den See hinausfahren. Für Kinder existiert ein eigener flacher und abgetrennter Bereich samt Wasserpilz und Wasserspritzen. Selbstverständlich fehlen auch die sanitären Einrichtungen, Bademeister und ein Kiosk mit Sitzgelegenheiten nicht.

Wer den Schatten bevorzugt, der findet genügend Liegeplätze unter Bäumen. Wer es lieber ruhiger und zurückgezogen mag, der sucht sich ein abgelegenes Plätzchen, und wer gern einfach nur am Rande des Wassers entlang promeniert, um zu sehen und gesehen zu werden, der kann auch das machen und sich dabei die Füße von den Kieselsteinen massieren lassen. Für ganz aktive Zeitgenossen gibt es auch Angebote: Beachvolleyball, Surfen, Rudern oder Kajakfahren .

Von der Terrasse des Restaurants, das auf einer kleinen Landspitze mitten im Bad liegt, können Schaulustige das nostalgieträchtige Treiben gut verfolgen. Selbst die Sätze, die der Zaungast aufschnappt, erinnern häufig an vergangene Zeiten. Aussagen wie "Du, hast du mal das Sonnenöl?", "Papi, werf mal den Wasserball rüber!" oder "Wo ist nur das Badelaken?" gehören weiterhin zum Standardreservoir des Strandbad-Publikums. Auch das Gekicher und die ersten Flirtversuche der Jugendlichen gibt es immer noch. "Das ist ja genau so wie damals bei uns", sagt eine Dame am Nebentisch zu ihrem Mann und der nickt daraufhin bestätigend.

Kurz: Wer wirklich typische Strandbad-Atmosphäre bei den Nachbarn erleben möchte, der sollte seine Badesachen packen und "mit Kind und Kegel" einen Abstecher nach Remerschen unternehmen. Ein Tag an den "Baggerweiheren", wie die Teiche auf luxemburgisch heißen, dürfte sich lohnen und speziell bei Älteren für so manches Aha-Erlebnis sorgen.

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Auf einen BlickDer Badesee in Remerschen ist über die Autobahn nach Luxemburg zu erreichen. An der Ausfahrt Schengen geht es links ab nach Remerschen. Im Ort ist das "Haff Réimich" ausgeschildert. Das Strandbad ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet drei Euro, Kinder unter zehn Jahren zahlen nichts. Weitere Infos im Internet unter schengen-tourist.lu. in