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Herzlich willkommen, Herr Bundespräsident!

Herzlich willkommen, Herr Bundespräsident!

Voller Spannung fiebern Lehrer und Schüler dem Besuch der Staatsoberhäupter der Bundesrepublik und des Großherzogtums Luxemburg am Perler Schengen-Lyzeum entgegen. Um 10.30 Uhr werden heute Bundespräsident Joachim Gauck , seine Lebensgefährtin Daniela Schadt und Großherzog Henri von Luxemburg erwartet.

Schulleiter Volker Staudt hofft nur auf eines: dass der Himmel zumindest für eine Stunde aufklart, damit Schulchor, -orchester und er, wie geplant, die Gäste vor der Schule begrüßen können. De Wilhelmus, die Hymne der Großherzöge, ist den Sängern und Musikern bestens vertraut. Dennoch haben sie das Stück immer und immer wieder geprobt. Ihr Ehrgeiz: Jeder Ton muss perfekt sitzen, wenn die Staatsoberhäupter zuhören. "Ich will unserem Besuch die Integration und den europäischen Weg erläutern, den unsere Schule seit Ende August 2007 geht", verrät Staudt. Das Gästebuch, in das sich die beiden Staatsoberhäupter eintragen, liegt längst bereit. Denn die Zeit ist knapp bemessen: eine knappe halbe Stunde. Einen Einblick in die Arbeit der deutsch-luxemburgischen Schule geben die fünf Ateliers. Grenzüberschreitende Berufsorientierung und Betriebspraktikum sind Themen in einem der Ateliers, genannt die Leonardo-Brücke. Im "Two gether" widmen sich Schüler an 14 Staffeleien dem Zusammenleben auf der Grenze. Weitere Ateliers sind Orchester und Chor, Geschichte und Luxemburgisch gewidmet.

Das Erinnerungsfoto mit den Schülern wird einen Ehrenplatz in der Schule erhalten.

Sehr geehrter Herr Bundespräsident, sehr geehrte Frau Schadt, votre Altesse Royale Grand-Duc Henri,

mir wënschen iech häerzlech wëllkomm hei am Schengen-Lycée.

D'Schüler, an domat och ech, freeën, an fillen sech geéiert iech eisen Lycée als den éischten an eenzegen Däitsch-Lëtzebuergeschen Lycée op der Welt weisen ze kënnen, an mir sinn fest dovun iwwerzeegt, dass dir vill interessant Impressiounen vun hei mat heem huelen wäert.

Herzlich willkommen in der Gemeinde Perl im Dreiländereck. Perl ist die einzige Weinbaugemeinde des Saarlandes. Hier wachsen hervorragende Weine - vis á vis von Schengen. Das Schengener Abkommen hat Europa für die Bürger grenzenlos gemacht. Das Deutsch-Luxemburgische Schengen-Lyzeum ist Modell für Europa. Perl hat 33 Prozent Ausländeranteil, und bei uns gibt es keine Integrationsprobleme. Perl ist die einzige Gemeinde des Saarlandes, die wächst und dem demografischen Wandel trotzt. Dies verdanken wir ihrer Lage im Herzen Europas und der Europäischen Union.Königliche Hoheit, sehr geehrter Herr Bundespräsident, sehr geehrte Frau Schadt, im Namen der Schülerschaft, der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Eltern darf ich Sie recht herzlich an unserer Schule begrüßen. Wie Sie, Herr Bundespräsident und auch Sie Königliche Hoheit, beim Staatsbankett anlässlich des Besuches in Luxemburg betont haben, möchten Sie mit dem Besuch des Schengen-Lyzeums die besondere Kooperation der beiden Länder in der Bildung würdigen und sich vor Ort davon überzeugen, wie gut das Miteinander der Menschen funktioniert.

Ich kann Ihnen versichern, das Miteinander funktioniert hervorragend. Das Schengen-Lyzeum ist eine Keimzelle Europas. Hier lernen deutsche und luxemburgische Schüler gemeinsam. Sie erleben Vielfalt als Chance und das Leben auf der Grenze, die gegenseitige Akzeptanz und die Freundschaft zwischen Völkern wird zur Normalität. Wir hoffen, dass der europäische Weg, den wir hier gemeinsam beschreiten, über die Grenzen hinaus Vorbild sein kann für junge Menschen überall in Europa.Sehr geehrter Herr Bundespräsident Gauck. Ich als Landrätin des Kreises Merzig-Wadern freue mich sehr über Ihren Besuch hier am Schengen-Lyzeum in Perl, mit dem Sie Ihr Interesse an dieser in Europa einzigartigen Schulform zeigen. Wir sind als Schulträger stolz darauf, sagen zu können, dass wir im ganzen Landkreis mit den Schulstandorten sehr gut aufgestellt sind. Eine Sonderstellung hat dabei das Schengen-Lyzeum, das als grenzüberschreitende Schule Elemente der Schulsysteme aus Deutschland und Luxemburg vereint. Wir würden uns freuen, wenn Sie, Joachim Gauck , von Ihrem Besuch im Grünen Kreis den Eindruck mitnehmen, dass wir hier in der gesamten Vielfalt von Menschen, Sprachen und Kulturen schon seit vielen Jahren Europa leben. Mit dem Schengen-Lyzeum haben wir den besten Beweis dafür geliefert, dass grenzüberschreitende schulische Bildung sehr gut funktioniert und unsere jungen Menschen bestmöglich auf ein erfolgreiches Berufsleben in der Großregion vorbereitet werden.

Ich hoffe, dass Sie mit dem Grünen Kreis verbunden bleiben. Und ich hoffe, dass es nicht Ihr letzter Besuch war. Vielleicht dürfen wir Sie einmal einen ganzen Tag - oder länger - im Kreis willkommen heißen.