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Das Chorfinale an der Saar trotzte dem Regen

Das Chorfinale an der Saar trotzte dem Regen

Saarbrücken. Bis zum frühen Nachmittag herrschte eitel Chorsonnenschein über Saarbrücken. Die zwei Tage zuvor in Luxemburg gestartete "Tour de Melodie" hatte sich aufgemacht zum Endspurt in den Saarbrücker Bürgerpark, wo der Tag mit einer interregionalen Chorbegegnung begonnen hatte

Saarbrücken. Bis zum frühen Nachmittag herrschte eitel Chorsonnenschein über Saarbrücken. Die zwei Tage zuvor in Luxemburg gestartete "Tour de Melodie" hatte sich aufgemacht zum Endspurt in den Saarbrücker Bürgerpark, wo der Tag mit einer interregionalen Chorbegegnung begonnen hatte. Dann aber zogen dunkle Wolken auf und eine Stunde vor dem großen Chorfinale mit "StadtKlangFluss" in den Saarwiesen unterhalb des Staatstheaters fielen große, schwere Regentropfen. Sollte damit einer der Höhepunkte des saarländischen Veranstaltungskalenders dieses Jahr ins Wasser fallen?Zum Veranstaltungsbeginn präsentiert sich der Himmel immer noch schwarz, das Organisationsteam überlegt gar, die Zuschauer nach Hause zu schicken. Die haben es sich trotz der ungemütlichen Witterung auf der Tribüne vor dem Landtag mit Regenschirm, Cape und Thermositzkissen bequem gemacht. Auch auf der stillgelegten Stadtautobahn und der Schlossmauer füllt es sich. Schließlich heißt es über Lautsprecher, aus Richtung Saarlouis sei eine Wetterbesserung zu erwarten, der Veranstaltungsbeginn verschiebe sich. Auf der in die Saar hinein gebauten Bühne bricht Betriebsamkeit aus. Umbaumaßnahmen sind angesagt, damit auf der vom Regen glitschigen Oberfläche keiner der Tänzer ein unfreiwilliges Bad in der Saar nehmen muss.

 Während 30 Chöre am Saarufer singen, trotzen Zuhörer vorm Landtag mit Capes und Schirmen dem Regen. Foto: Oliver Dietze
Während 30 Chöre am Saarufer singen, trotzen Zuhörer vorm Landtag mit Capes und Schirmen dem Regen. Foto: Oliver Dietze

Schließlich wird via Lautsprecher die ganz normale Alltagslautstärke der Stadtautobahn eingespielt, 85 Dezibel, eine Belastung, die als gesundheitsgefährdend gilt. Kurz danach ist es soweit, auf zwei Drachenbooten pirscht sich aus Männerstimmen eine Melodie an die Saarwiesen heran, die zuvor durch die Kehlen der Großregion gewandert war. Der in bunte Oberteile gekleidete Chor greift die Töne auf und schickt die ersten Notenkaskaden unter tatkräftiger Unterstützung des Sinfonischen Blasorchesters Wemmetsweiler ber den Fluss. Es wird sinnlich erfahrbar, was passiert, wenn die Lebensader Fluss schweigt. Dann zerfließt alles in bewegten, begeisternden Bildern der rund 800 Sänger und Tänzer.