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Saarbahn-Strecke nach Saargemünd
Strecke nach Saargemünd problematisch

Es läuft nicht alles rund auf der S-Bahnstrecke nach Saargemünd. 
Es läuft nicht alles rund auf der S-Bahnstrecke nach Saargemünd.  FOTO: BeckerBredel
Saarbrücken. Saarbahn befürchtet Einschränkungen bei Abendfahrten. Endgültig entschieden ist noch nichts. Von Hélène Maillasson
Hélène Maillasson

An einem sonnigen Nachmittag mit dem Fahrrad nach Saargemünd fahren, abends dort essen gehen und anschließend bequem mit der Saarbahn zurückfahren: Bald könnte das nicht mehr so einfach sein. Von Ende 2019 an könnten die täglich letzten drei grenzüberschreitenden Saarbahn-Verbindungen ausfallen. Das berichtete Saarbahn-Geschäfsführer Peter Edlinger bei der jüngsten Sitzung der Kommission „Verkehr und Kommunikation“ des Interregionalen Parlamentarierrates (IPR). „Ab Ende 2019 soll es am Saargemünder Bahnhof ab 21.45 Uhr keinen Fahrtdienstleister mehr geben“, sagte Edlinger. Vor dem IPR versicherte er, dass die Saarbahn die grenzüberschreitende Strecke halten wolle. Auch die saarländischen Politiker wollen dafür kämpfen, dass die Abendverbindungen nicht eingestellt werden. „Wir können uns nicht auf die Fahne schreiben, das französischste Bundesland zu sein und dann zulassen, dass unsere direkte Saarbahn-Verbindung zum französischen Nachbarn eingeschränkt wird“, sagte Kommission-Vorsitzende Isolde Ries (SPD). „Wir müssen uns im Dialog mit unseren französischen Partnern dafür einsetzen, dass die Saarbahn weiter abends nach Saargemünd und zurückfährt“, sagte Ries.


Das letzte Wort in dieser Angelegenheit hat die französische Eisenbahngesellschaft SNCF, die den Bahnhof in Saargemünd betreibt. Genauere Pläne für diesen grenznahen Standort verrät sie nicht. „Bis heute wurde keine Entscheidung getroffen, was den Saargemünder Bahnhof betrifft“, teilte SNCF-Sprecher Didier Wallerich auf Anfrage mit. Insgesamt seien für das Jahr 2019 auch keine endgültigen Entscheidungen getroffen worden.

Doch bereits heute stellt der grenzüberschreitende Verkehr die Fahrgäste vor verschiedene Herausforderungen. Die Gültigkeit der Tickets ist zum Beispiel ein Problem. „Die SNCF hat eine Vereinbarung mit der Deutschen Bahn, was die Fahrtkarten angeht, aber nicht mit der Saarbahn“, berichtete Peter Edlinger. Ein Reisender, der von Straßburg nach Saarbrücken fahren will und in Saargemünd umsteigen muss, müsste dort eine zusätzliche Fahrkarte einlösen, da sein Ticket nur für eine direkte Zugverbindung gültig ist. Bei der Saarbahn setzt man in solchen Fällen auf Pragmatismus. „Bis eine entsprechende Vereinbarung steht, werden diese Zug-Fahrscheine auch in der Saarbahn akzeptiert“, sagte Edlinger. Auch an der Anschlusssicherung in Saargemünd für Fahrgäste, die weiter nach Straßburg wollen, arbeite die Saarbahn. „Wir haben bereits erhebliche Verbesserungen erreicht und mit der Fahrplanumstellung im dritten Quartal dieses Jahres sollte es noch besser werden“, sagte er. Die Saarbahn sei mit der SNCF im Gespräch, damit der Zug nach Straßburg in Saargemünd auf die saarländischen Passagiere wartet, wenn die Saarbahn sich etwas verspätet.