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Start des "Kaiserjahrs" wird verschoben

Große Landesausstellung : Der „Kaiserwein“ wird wegen Corona erst später ausgeschenkt

Der Start zum „Kaiserjahr“ in Rheinland-Pfalz auf der Burg Trifels muss verschoben werden. Aber die Vorbereitungen zur Landesausstellung laufen weiter.

Zur großen Landesausstellung in Rheinland-Pfalz wird auch ein „Kaiserwein“ kredenzt – die Vorbereitungen auf die Schau mit dem Titel „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“ kommen trotz der Corona-Krise zügig voran. Zwar muss die ursprünglich ab dem 26. April geplante Sonderausstellung auf der Burg Trifels mit der Eröffnung des „Kaiserjahres“ verschoben werden. Die zentrale Schau im Landesmuseum Mainz soll aber am 8. September eröffnet werden, wie der Generaldirektor der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) Rheinland-Pfalz, Thomas Metz, jetzt mitteilte.

Kaiser Friedrich Barbarossa rollte schon am 24. Februar närrisch eingekleidet auf einem Wagen im Mainzer Rosenmontagszug durch die Straßen, um so auf die Ausstellung aufmerksam zu machen. Da ahnte noch niemand, dass wenige Wochen später das öffentliche und kulturelle Leben lahmgelegt sein würde. Seit dem 16. März sind alle von der GDKE verwalteten Museen, Kulturzentren und Burgen geschlossen – die Landesmuseen in Mainz, Koblenz und Trier ebenso wie die Burg Pfalzgrafenstein im Rhein bei Kaub oder die Schloss- und Festungsruine Hardenburg bei Bad Dürkheim. Erweitert wurden die digitalen Angebote, darunter Einblicke in aktuelle und vergangene Ausstellungen oder Video-Ausflüge zu Burgen und Schlössern.

„Das tut ziemlich weh“, sagt Generaldirektor Metz zur Verschiebung der erste Ausstellung im „Kaiserjahr“ 2020 zum Thema „Die stärkste Burg des Reiches – Burgen als Säulen der Macht“ auf dem Trifels in Annweiler. Wann diese Schau öffnen kann, steht bislang nicht fest.

Zur großen Landesausstellung ab September in Mainz aber laufen die Vorbereitungen wie etwa Ausschreibungen für Handwerkerarbeiten. Das wissenschaftliche Konzept unter Leitung des Heidelberger Mediävisten Bernd Schneidmüller sei abgeschlossen, erklärte Metz. Jetzt werde der Katalog für die Ausstellung fertiggestellt, der dann spätestens zum 1. September gedruckt vorliegen werde. „Die Begeisterung ist da“, sagte Metz. Auch bei den Leihgebern für wichtige Ausstellungsobjekte sei die Unterstützung groß. So habe es auch keine Begrenzungen oder Einwände wegen der Corona-Krise gegeben.

Zu den Leihgaben gehören etwa das Armreliquiar Karls des Großen aus dem Pariser Louvre, die Urkunde der Eheschließung von Kaiserin Theophanu mit Otto II. aus dem Jahr 972 und der Codex Manesse, die im 14. Jahrhundert entstandene Heidelberger Liederhandschrift.

Das Ausstellungsprojekt deckt die Zeit von der Herrschaft des im Jahr 800 gekrönten Kaisers Karl dem Großen bis zu dem 1190 gestorbenen Friedrich Barbarossa ab. Dabei sollen besonders die damaligen Netzwerke der Macht beleuchtet werden, ebenso „die dynamischen Beziehungsgeflechte von Herrschern und Beherrschten“.

Dazu hat die GDKE jetzt auch eine Zusammenarbeit mit dem staatlichen Johannitergut in Neustadt an der Weinstraße vereinbart. Dort sei im Dorf Mußbach seit den Zeiten Karls des Großen Weinbau betrieben worden, sagt Metz. Im Weinbau zeige sich deutlich die Kontinuität des Alltagslebens in der Region, sagte Metz. So wurde zur Landesausstellung jetzt auch ein „Kaiserwein“ abgefüllt, der bei ausgewählten Veranstaltungen ausgeschenkt wird. Das ist ein Riesling der Lage Mußbacher Johannitergarten, der kleinsten Einzellage in der Pfalz.