Saarländer rufen aus Einsamkeit Telefonseelsorge an

Aus Einsamkeit : Immer mehr Saarländer rufen Telefonseelsorge an

Viele Menschen im Saarland fühlen sich einsam. Um menschlichen Kontakt zu erleben, greifen sie zum Telefonhörer.

Einfach nur mal mit jemandem reden: Immer mehr Menschen rufen bei der evangelisch-katholischen Telefonseelsorge Saar an, weil sie einsam und alleine sind: In jedem fünften von insgesamt gut 9000 Gesprächen, die 2018 geführt wurden, sei es um Einsamkeit gegangen, teilte die Telefonseelsorge Saar am Mittwoch bei der Vorstellung ihres Jahresberichts mit. Mehr als die Hälfte der Menschen, die sich an die Telefonseelsorge wendeten, lebten alleine. Deren Zahl sei über die vergangenen Jahre gestiegen.

„Einsamkeit ist das große Thema der Gesellschaft, die verarmt“, sagte der evangelische Leiter der Telefonseelsorge Saar, Pfarrer Volker Bier. „Verarmt an Begegnungen, verarmt an Augenblicken, verarmt an Umarmungen oder einfach nur ärmer geworden ist an freundlichen Worten zwischen Tür und Angel.“ In den Telefongesprächen gehe es vor allem „um Augenblicke des Kontaktes“: „Sie wollen eine Stimme hören.“

Häufig werde die Einsamkeit von den Betroffenen schamhaft erlebt, als persönliches Versagen. „Deshalb helfen auch keine Tipps, wie der Einsamkeit zu entkommen wäre“, sagte die katholische Leiterin der Einrichtung, Diplompsychologin Heidrun Mohren-Dörrenbächer. In den Gesprächen gehe es vielmehr um Verständnis und Akzeptanz. 42 Prozent der Menschen, die mit dem Thema „Einsamkeit“ anriefen, seien Männer. Vor allem der Übergang in den Ruhestand sei „eine kritische Phase“.

Telefonseelsorge Saar

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