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Zu viel Geld für Betreuung Behinderter?

Bad Kreuznach. Die Stiftung Kreuznacher Diakonie fürchtet nach der Veröffentlichung des Berichts des rheinland-pfälzischen Rechnungshofs zur Finanzierung der Behindertenwerkstätten negative Auswirkungen auf die eigene Arbeit. epd

Womöglich werde der ohnehin schon hohe bürokratische Aufwand noch zeitaufwendiger, sagte Martina Pohl, Geschäftsführerin der Diakonie-Werkstätten, gestern in Bad Kreuznach . Es sei vorstellbar, dass etwa der Einsatz sogenannter Zusatzkräfte zur individuellen Betreuung behinderter Werkstattbeschäftigter künftig noch detaillierter begründet werden müsse.

"Dies hätte zur Folge, dass unsere Sozialpädagogen noch mehr zu Verwaltern werden", sagte Pohl. Sie finde es bedauerlich, dass durch den Jahresbericht des Landesrechnungshofs der Eindruck entstanden sei, Geld würde in den Werkstätten verschwinden. Die Prüfer des Speyerer Rechnungshofs hatten in der vergangenen Woche beanstandet, Rheinland-Pfalz zahle den Betreibern von Behindertenwerkstätten deutlich mehr als andere Bundesländer. Der Bericht beziffert die Mehrausgaben auf 30 Millionen Euro pro Jahr.

Ursachen dafür seien unter anderem, dass in Rheinland-Pfalz mehr Personal abgerechnet werden könne, die beschäftigten Behinderten ein höheres Arbeitsentgelt erhielten und die Werkstätten Kosten abrechnen könnten, die in anderen Bundesländern aus den Produktionserlösen beglichen werden müssten. Die Träger der Werkstätten wiesen die Vorwürfe zurück.

Die Kreuznacher Diakonie betreibt im Saarland auch das Fliedner-Krankenhaus in Neunkirchen und das Evangelische Krankenhaus in Saarbrücken.