Wirbel um ein Phantomgutachten?

In Zweibrücken tobt ein Streit um den Zustand des Gebäudes des des Evangelischen Krankenhauses. In scharfer Form hat dessen Träger Spekulationen zurückgewiesen, der Brandschutz des Krankenhauses sei besorgniserregend schlecht. Das angebliche Gutachten dazu gebe es überhaupt nicht.

Ist die Aufregung um den Sanierungsbedarf am Evangelischen Krankenhaus unnötig? Ist er - behauptet der Betreiber, der Landesverein für Innere Mission in der Pfalz (LVIM). Mit einer Pressemitteilung reagierte der LVIM auf Medienberichte über ein angeblich vom LVIM in Auftrag gegebenes Gutachten , in dem erheblicher Sanierungsbedarf festgestellt worden sein soll

Die Macher, das Büro Kappes und Partner aus Stuttgart, wirft den Berichten zufolge darin die Frage auf, ob sogar besser eine neue Klinik gebaut werden sollte. Der Brandschutz sei so schlecht, dass im Evakuierungsfall Gefahr für Leib und Leben der Patienten bestehe.

Der LVIM will von einem Gutachten gar nichts wissen. In der Stellungnahme ist stattdessen von einem "internen Statusbericht" einer Beratungsfirma die Rede. Dieser sei als "Einstiegsbericht" mit dem Ziel eines weitergehenden technischen Beratungsprozesses erstellt worden, schreibt der Eigentümer des Evangelischen Krankenhauses. Besagte Beratungsfirma, deren Namen der LVIM nicht bestätigte, sei inzwischen nicht mehr in dieser Sache tätig. Ihre Ersteinschätzung habe in Vorgehen, Ergebnissen wie Folgerungen "erhebliche fachliche Zweifel, die die Gesamtaussage wie auch Einzelaussagen in Frage stellten", heißt es in der Stellungnahme. Man habe diesen Bericht vom Mai 2013 nicht zurückgehalten, sondern "intensiv, auch durch Beiziehung weiterer Experten, geprüft und als fachlich unzutreffend eingestuft. "Die Sicherheit der Patienten , Mitarbeiter und Besucher im Evangelischen Krankenhaus war und ist zu jedem Zeitpunkt auch unter den Aspekten des Brandschutzes in vollem gewährleistet", betonte der Landesverein. Den guten brandschutztechnischen Stand des Hauses belegten die offiziellen Berichte der Bauaufsicht. Aktuell sei ein umfassendes Brandschutzkonzept erarbeitet worden, das von der Stadt Zweibrücken als zuständige Behörde überprüft und genehmigt wurde. Die kommunale Aufsichtsbehörde halte sich an die Vorschriften des Brandschutzes. Man habe die kommunale Aufsichtsbehörde "sogar eigeninitiativ über den internen Statusbericht informiert".

Nach der Aussage des LVIM ist der Erhaltungszustand der Klinik "anerkannt gut". Bei der Vorbereitung des Modernisierungsvorhabens mit dem Land habe die "in Krankenhaus-Bauvorhaben renommierte" Kommunalbau Rheinland-Pfalz GmbH den Modernisierungsbedarf über drei bis fünf Jahre Bauzeit auf rund 50 Millionen Euro eingestuft. Das liege über zehn Millionen Euro unter der in der Presse genannten Größenordnung.