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Wenn Springmäuse den Nationalpark unsicher machen

Bei der Eröffnung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald am Start: das Improvisationstheater „Die Springmaus“. Foto: Veranstalter
Bei der Eröffnung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald am Start: das Improvisationstheater „Die Springmaus“. Foto: Veranstalter FOTO: Veranstalter
Kreis Birkenfeld. Noch 73 Tage bis zur Eröffnung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald. Am Pfingstwochenende vom 23. bis 25. Mai wird gefeiert. Hier ein erster Überblick, was an den drei Tagen auf dem Programm steht. Stefan Conradt

Bei dem Namen lag eine Verpflichtung nahe: Das Improvisationstheater "Die Springmaus" wird das kulturelle Abendprogramm bei der Eröffnung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald am Samstag, 23. Mai, bestreiten. Die für bissige Kommentare bekannte Kleinkunsttruppe aus Bonn wird in einem mehr als 1000 Besucher fassenden Festzelt am Fuße des Erbeskopf auftreten, in dem bereits am Morgen der offizielle Festakt über die Bühne gehen wird.

Wie er für diesen Abend die Tickets gerecht verteilen soll, ist derzeit noch eine der weniger dringlichen Fragen, mit denen sich Thomas Josten intensiv beschäftigen muss. Der 51-jährige Diplom-Forstingenieur ist Mitarbeiter der Abteilung Kommunikation bei Landesforsten und Chef des neunköpfigen Organisationsteams, das das Eröffnungswochenende vorbereitet. Da gilt es viele Wünsche zu berücksichtigen, Begehrlichkeiten einzudämmen und weit mehr Ideen zu prüfen, als realistisch umgesetzt werden können: "Die Erwartungshaltung in der Region ist verständlicherweise hoch", weiß Josten.

Seine Philosophie ist klar. Die Eröffnungsfeier am 23. Mai rund ums Hunsrückhaus soll eine Werbeplattform für die ganze Region werden: für alle, nicht für einzelne. Neben dem Nationalpark selbst und dem Nationalparkamt werden sich dort die Regionalinitiativen, die Naturschutzverbände, Touristiker (die aber explizit für die ganze Region werben werden, nicht für Einzelziele), die Edelsteinbranche, der Naturpark und der Umwelt-Campus präsentieren. Beim Nationalparkamt kann man dann bereits Touren bei Rangern und zertifizierten Nationalparkführern buchen.

Für Thomas Josten ist wichtig, bei allen Planungen die Sicht des Besuchers einzunehmen. Deshalb hat er sich auch mit Händen und Füßen gegen noch mehr offizielle Veranstaltungen gewehrt: "Wie viele wird der Einzelne besuchen? Eine oder vielleicht zwei, mehr doch nicht", ist er überzeugt. Bis zur Eröffnung gibt es noch viel zu tun für ihn und seine engste Mitarbeiterin Sabine Walz. Die Werbestrategie muss noch ausgefeilt, der kostenlose Buspendeldienst bis ins Detail ausgearbeitet und mit den Ankunftszeiten der Züge abgestimmt werden. Mit den Caterern gilt es, alle Unwägbarkeiten auszuloten - schließlich weiß heute noch niemand, ob eher 2000 oder doch 20 000 Menschen oder sogar noch mehr zum Erbeskopf pilgern werden, um den historischen Tag eins im Nationalpark zu erleben. Auch mit den Parkplätzen wird es eng werden am Hunsrückhaus, hier soll es Pendelbusse zu Großparkplätzen etwa in Thalfang und Allenbach geben. Geladen sind etwa 1000 Festgäste. Die Ansprachen werden auf eine Großbildleinwand vor dem Festzelt übertragen, falls drinnen die Plätze knapp werden.

Der zweite Tag gehört den Nationalparktoren und ausgewählten Anrainergemeinden. Am Montag, 25. Mai, starten dann die ersten Rangertouren an fünf Standorten, die noch bekannt gegeben werden. Diese Touren sind umsonst und sollen für den Park werben. "Die Region hat ein Riesenpotenzial", lautet das Urteil des Eifelaners Thomas Josten, der sich erst seit gut zwei Jahren intensiv mit dem Hunsrück beschäftigt: "Sie muss es nur richtig angehen."


Zum Thema:

Auf einen BlickSamstag, 23. Mai: ab 10 Uhr offizieller Festakt und Grundsteinlegung am Fuße des Erbeskopfs; anschließend Markt- und Messetreiben; ab 20 Uhr Kabarett "Die Springmaus". Sonntag, 24. Mai: ganztägige Aktionen an den Nationalparktoren Wildenburg (Schwerpunkt: Naturschutz), Hunsrückhaus am Erbeskopf (Kunst und Kultur) und Otzenhausen (Geschichte der Kelten und Römer) sowie in Börfink (E-Mobilität) und Allenbach , wo es eine 750-Jahr-Feier mit Programm gibt. Montag, 25. Mai: geführte Rangertouren an fünf Standorten. Kostenlose Pendelbusse werden an allen drei Tagen rund um den Nationalpark fahren und die jeweiligen Aktionspunkte sowie die Bahnhöfe in Idar-Oberstein, Neubrücke und Türkismühle verbinden. sc