wd-bali-zecken"Nicht jeder Zeckenstich führt zur Infektion"

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Das saarländische Gesundheitsministerium rechnet damit, dass im Saarland Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auftreten können. Das Saarland ist zwar kein FSME-Risikogebiet, jedoch der an den Landkreis St. Wendel angrenzende Landkreis Birkenfeld. Herr Dr. Lamberty, was ist denn FSME genau, und besteht das Risiko, sich im Landkreis anzustecken?Dr

Das saarländische Gesundheitsministerium rechnet damit, dass im Saarland Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auftreten können. Das Saarland ist zwar kein FSME-Risikogebiet, jedoch der an den Landkreis St. Wendel angrenzende Landkreis Birkenfeld. Herr Dr. Lamberty, was ist denn FSME genau, und besteht das Risiko, sich im Landkreis anzustecken?Dr. Thomas Lamberty: FSME wird durch Zecken übertragen und kann mit grippeähnlichen Symptomen beginnen, gefolgt von einer Entzündung von Gehirn und Hirnhaut. Bisher ist noch nie im Landkreis St. Wendel eine FSME-Erkrankung nachgewiesen worden. Es ist jedoch nie auszuschließen, dass doch mal ein Fall im Landkreis auftritt. Warnen muss man eher vor der Borreliose, eine Erkrankung, die ebenfalls von Zecken übertragen wird - und zwar überall in Deutschland, also auch im Kreis St. Wendel. Die Borreliose beginnt häufig mit einem roten Ausschlag, der Wanderröte, verschwindet aber wieder. Nach Wochen und Monaten taucht sie jedoch wieder auf und ruft unter anderem Gelenkbeschwerden und gelegentlich auch Nervenentzündungen hervor. Wie kann man sich gegen die Borreliose schützen?Lamberty: Gegen Borreliose kann man sich nicht impfen. Wenn die Krankheit allerdings erkannt wurde, hilft ein Antibiotikum. Zu empfehlen ist, im Wald und auf der Wiese lange Hosen und Ärmel zu tragen sowie festes Schuhwerk.Nochmals zurück zur FSME: Wo können sich Menschen aus dem St. Wendeler Land im Kreis Birkenfeld anstecken?Lamberty: Überall dort in einem Risikogebiet, wo Menschen im engen Kontakt zur Natur stehen - beim Spazierengehen, Laufen und auch beim Arbeiten im Wald und auf der Wiese. Es gilt jedoch festzuhalten: Nicht jeder Stich führt zu einer Infektion, nur bei einem Drittel der Infizierten treten Krankheitserscheinungen auf. Eine Impfung macht nur dann Sinn, wenn man sich regelmäßig in einem FSME-Risikogebiet aufhält.

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