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Wanderung über den Kasteler Felsenpfad bietet viele Highlights

Kostenpflichtiger Inhalt: Wandern auf dem Kasteler Felsenpfad : Ein kniffliger Aufstieg, der sich lohnt

Vom Niederrhein hat es Mauritius te Dorsthorst in unsere Gefilde verschlagen. Nun erkundet der begeisterte Wanderer das Saarland und die nähere Umgebung – Schritt für Schritt.

Nicht ganz im Saarland, aber in unmittelbarer Nähe zu Mettlach liegt der Kasteler Felsenpfad. Und der Weg dorthin lohnt sich: Denn die nach Angaben des Saar-Hunsrück-Steiges 9,1 Kilometer lange Traumschleife bei Kastel-Staadt nahe Saarburg ist einen Ausflug wert. Aber eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist, wie auch bei anderen Premium-Wanderwegen und Traumschleifen, wie etwa dem Zwei-Täler-Weg bei Weiskirchen, schwer zu planen. Laut Angaben der Internetseite des Saar-Hunsrück-Steiges (www.saar-hunsrueck-steig.de) fährt zwar ein Bus ab Saarburg, allerdings konnte ich bei der Planung keine Verbindung finden.

Aber zurück zur eigentlichen Wanderung: Die Tour wird als schwer eingestuft, es werden dabei 415 Höhenmeter erklommen und 380 abgestiegen. Dabei soll die Wanderung insgesamt dreieinhalb Stunden dauern. Neben der imposanten Klause, die ihre Ursprünge im 13. Jahrhundert hat, beeindruckt die Wanderung vor allem durch die schönen Ausblicke auf die Saar, die imposante Felsenlandschaft und Natur sowie den sportlichen Klettersteig am Altfels.

Foto: SZ/Müller, Astrid

Der Start- und Zielpunkt des Wanderweges findet sich auf dem Parkplatz des Landesdenkmals Klause in Kastel-Staadt. Von da aus können die Wanderer entweder direkt die Klause besichtigen oder den Wanderweg starten. Es muss allerdings erwähnt werden, dass der Zugang zur Klause während der Wintermonate, von 1. November bis 1. April, geschlossen ist. Während der Öffnungszeiten kostet eine Besichtigung zwischen 2,50 und 3,50 Euro. Von dem Kriegerdenkmal direkt an der Kapelle bei der Klause haben die Besucher einen wundervollen Blick über die Saar und die Klause. Für Mutige lohnt sich auch ein Besteigen der Steinmauer, um einen noch besseren Blick zu bekommen.

Ausblick von der Spitze des Klettersteigs Foto: Mauritius te Dorsthorst
Die Kasteler Klause ist direkt am Startpunkt der Wanderung. Foto: Mauritius te Dorsthorst

Vom Parkplatz aus führt die Beschilderung direkt zum Wanderweg. Der Einstieg befindet sich, vom Parkplatz in Richtung Klause aus gesehen, auf der linken Seite. Von da führt der Weg zunächst an einem römischen Freilufttheater vorbei, bevor er zu einer schönen Felsformation führt. Ab da kann der Wanderer entscheiden, ob er den Rundweg im oder entgegen dem Uhrzeigersinn gehen möchte. Wir sind ihn im Uhrzeigersinn gegangen. Die Tour führt zum Teil auf schmalen Pfaden, die eine höhere Trittfestigkeit verlangen, entlang der roten Felsformationen. Dabei haben die Wanderer an mehreren Punkten die Gelegenheit, die Klause sowie die Saar und die umliegenden Ortschaften, etwa Serrig auf der gegenüberliegenden Flussseite, zu sehen.

Mauritius te Dorsthorst freut sich, dass er den Klettersteig bezwungen hat – und dass er ein Stativ dabei hat. Foto: Mauritius te Dorsthorst

Nach einem Abstieg und der Durchquerung eines Talbereiches folgt der recht anspruchsvolle Aufstieg, der einen zum Klettersteig am Altfels führt. Der Klettersteig ist nicht obligatorisch, aber er lohnt sich. Eine gewisse Schwindelfreiheit und etwas Kletter-Erfahrung sind von Vorteil. Zur Sicherung sind Stahlseile am Altfels angebracht. Ebenfalls sind Stufen in den Stein gehauen, die den Auf- und Abstieg erleichtern. Bei unserer Wanderung hatten wir mit Graupelschauern zu tun, was den Aufstieg nicht erleichtert hat und dazu geführt hat, dass die Stufen recht rutschig waren. Dennoch hat sich die Mühe gelohnt, denn der Ausblick vom Altfels über Saar und die umliegende Gegend ist selbst bei schlechtem Wetter spektakulär.

Vom Altfels aus geht der Weg weiter durch ein dichtes Waldstück. Der folgende lange Abstieg runter zum Bach ist bei nassem Untergrund sehr rutschig und sollte bei solchen Bedingungen nur mit festem Schuhwerk und einer ausreichenden Trittfestigkeit gegangen werden.

Gegen Ende der Route gelangt der Wanderer über einen kurzen Abstecher durch Kastel wieder auf den Wanderweg. Der Weg führt hier entlang einer Mariengrotte zu weiteren Felsformationen. Bei einer von diesen ist im Schutz des Gesteins eine Grillstelle eingerichtet.

Viele Aspekte machen den Kasteler Felsenpfad zu einem absoluten Highlight unter den Traumschleifen entlang des Saar-Hunsrück-Steiges: von den abwechslungsreichen Felsformationen bis hin zu den Waldgebieten, von den römischen und keltischen Denkmälern, die sich auf der Strecke finden, bis hin zum Klettersteig.

Was den angegebenen Schwierigkeitsgrad – laut Saar-Hunsrück-Steig gilt der Felsenpfad als schwer – betrifft, würde ich die Wanderung eher als mittelschwer bezeichnen. Denn es gibt zwar einzelne Passagen, die auch im trockenen Zustand eine erhöhte Trittfestigkeit fordern, aber durch die Bank sind die Wegstücke ausreichend breit und gut gesichert. Insgesamt habe ich auf dieser Strecke 14 527 Schritte zurückgelegt.

Angaben der Internetseite des Saar-Hunsrück-Steiges zur Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln: Mit der Bahn erreichen die Wanderer Saarburg entlang der Strecke Saarbrücken-Trier. Weiter geht es dann mit dem Bus der Linie 203 nach Kastel-Staadt.