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Trierer Museum zeigt fast vergessene Servais-Arbeiten

Trierer Museum zeigt fast vergessene Servais-Arbeiten

Die Fliesen der Ehranger Servais-Werke gelten als begehrte Sammlerstücke, doch die Vasen und kleinplastischen Werke sind fast in Vergessenheit geraten. Das Trierer Stadtmuseum Simeonstift zeigt jetzt erstmals Fliesen, Vasen und kleine Keramik-Figuren.

Erzeugnisse der Servais-Werke gibt es bei der Kabinettausstellung im Stadtmuseum Simeonstift Trier bis Sonntag, 22. November zu sehen.

In den vergangenen Jahren konnte das Museum im Kunsthandel mehrere Vasen und figürliche Keramiken erwerben, die von den Servais-Werken in Trier-Ehrang hergestellt wurden. Diese Stücke stammen überwiegend aus dem frühen 20. Jahrhundert, als das Unternehmen mit aufwendig gestalteten Jugendstilfliesen weltweit große wirtschaftliche Erfolge erzielen konnte und etwa 750 Personen beschäftigte.

Fliesen bei Sammlern begehrt

Während die Fliesen heute begehrte Sammlerstücke sind, gerieten die Vasen und kleinplastischen Werke weitgehend in Vergessenheit. Die meisten dieser technisch wie künstlerisch anspruchsvollen Gebrauchs- und Dekorationsobjekte, darunter auch Leihgaben, werden erstmals öffentlich gezeigt. Sie ermöglichen es, ein Schlaglicht auf diesen weitgehend unbekannten Teil der breiten Produktpalette des Ehranger Werks im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zu werfen.

Zum ersten Mal widmet sich das Stadtmuseum Simeonstift mit einer Kabinettausstellung von Fliesen, Vasen und figürlicher Keramik aus den Ehranger Servais-Werken diesem wichtigen Kapitel Trierer Industrie- und Wirtschaftsgeschichte. Während der knapp zweimonatigen Laufzeit vertiefen drei Veranstaltungen verschiedene Aspekte der Ausstellung. Berthold Lorig, der letzte Betriebsleiter der Produktionsstätte, erläutert in einem Abendvortrag am Samstag, 31. Oktober, ab 18 Uhr die Materialkunde und Verfahrensweise der Keramikherstellung .

Wandel der Keramikherstellung

Der Trierer Künstler Ulrich Lebenstedt, einst als Produktdesigner am Werk tätig, beschäftigt sich in einer Zusatzveranstaltung mit Aspekten der Ausstellung: Am Sonntag, 15. November, 15 Uhr, spricht er über den Wandel der Keramikherstellung bis zur Schließung des Werks im Jahr 1993.