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Trier: Gedenken an die Opfer der Amokfahrt

Gedenktage : Am Jahrestag der Amokfahrt gedenkt Trier der Opfer

Mit einem Gottesdienst und einem Requiem wird heute an das Gewaltverbrechens und die Folgen erinnert. Oberbürgermeister Wolfram Leibe: „Die Tat gehört zur Geschichte der Stadt.“

Die Gedenkfeiern beginnen um 13.46 Uhr mit einem vierminütigen Glockengeläut. Genau um diese Zeit begann vor einem Jahr die viereinhalbminütige Amokfahrt des 52-jährigen Tatverdächtigen, der gezielt auf Menschen zugefahren sein soll. Dabei wurden ein neun Wochen altes Baby, dessen 45-jähriger Vater sowie drei Frauen im Alter von 73, 52 und 25 Jahren getötet. Vor wenigen Wochen starb auch ein 77-jähriger Mann, der damals schwer verletzt wurde. Ob auch an den Folgen des Gewaltverbrechens, muss noch ein Gutachten klären.

Oberbürgermeister Wolfram Leibe hat alle Bürger dazu aufgerufen, mit Beginn des Ökumenischen Gottesdienstes im Dom der Opfer des Gewaltverbrechens zu gedenken. „Diese Tat wird nicht verdrängt. Sie gehört zur Geschichte der Stadt“, sagte der OB zum Jahrestag der Amokfahrt in einem Gespräch mit unserer Redaktion.

Mit seinem Satz „Trier trauert, Trier leidet, aber Trier resigniert nicht“ hatte Leibe unmittelbar nach der Gewalttat die Gefühlslage einer traumatisierten Stadt und ihrer Bürger auf den Punkt gebracht. Jetzt sagt der OB auf die Frage, wie sich die Stadt seit dem Gewaltverbrechen verändert habe: „Trier ist stärker geworden und noch selbstbewusster.“

Während des heutigen Gottesdienstes wird ein von Saarburger Gymnasiasten im Dom gestalteter Gedenkort mit Tonfiguren vorgestellt. Der Gedenkort soll dort auf Dauer bleiben und an die Opfer und das schreckliche Geschehen in der Trierer Fußgängerzone erinnern. Erst vor wenigen Tagen war auch an der Porta Nigra eine von dem Trierer Bildhauer Henning Wirtz gestaltete Gedenkplakette angebracht worden.

Die Plätze im Dom sind vorrangig für Opfer, Hinterbliebene und Vertreter von Feuerwehr, Polizei, Rettungs- und Sondereinsatzkräften vergeben. Der unter anderem von Triers Bischof Stephan Ackermann geleitete Gottesdienst wird live im SWR-Fernsehen übertragen. Bei dem abendlichen Requiem in der Konstantinbasilika spielen das Philharmonische Orchester der Stadt gemeinsam mit Domchor, Opernchor und Mitgliedern des Bachchors.

Der mutmaßliche Amokfahrer, ein 52-jähriger Mann aus Trier-Zewen, steht seit August vor Gericht. Der zuletzt wohnsitz- und arbeitslose Mann hat im Prozess bislang keine Angaben zu den Vorwürfen gemacht. Am Freitag ist der nächste Verhandlungstag.