Synode verabschiedet heute Reformpaket

Weniger Pfarreien, mehr Rechte für Laien: zwei Punkte einer ganzen Reihe von Reformvorschlägen, die ein Beratergremium des Trierer Bischofs erarbeitet hat. An diesem Samstag soll die Synode das Dokument verabschieden.

Wenn auf der Zielgeraden nicht noch etwas dazwischenkommt, wird die Bischofssynode an diesem Samstag entscheidende neue Weichen für das Bistum Trier stellen. Nach dem Entwurf des Schlussdokuments soll die Zahl der Pfarreien im Bistum drastisch von 895 auf 60 reduziert werden. Ihre Leitung soll aus einem Team aus haupt- und ehrenamtlichen Mitgliedern unter dem Vorsitz des Pfarrers bestehen. Zudem sollen Laien deutlich mehr Verantwortung bekommen.

So regt das Papier an, neue Formen des Gottesdienstes zu entwickeln. Zwar gelte die klassische Eucharistiefeier weiter als Höhepunkt des christlichen Lebens, doch müsse man sich von der Vorstellung verabschieden, "dass Gottesdienste nur dann ordnungsgemäße und gute Gottesdienste wären, wenn ihnen ein Priester oder Diakon vorsteht".

Am Samstagabend soll das Dokument mit den Reformplänen verabschiedet werden. Dazu ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit notwendig. Mit der Unterschrift von Bischof Stephan Ackermann wird das Dokument rechtskräftig. Die Umsetzung soll laut Generalvikar Georg Bätzing sofort beginnen. In spätestens fünf Jahren sollen die wesentlichen Punkte umgesetzt sein.

Am Freitag diskutierte die Vollversammlung einen ganzen Vormittag lang voller Inbrunst über die Einleitung des Schlussdokuments. Soll es "Umkehr" heißen, wie es im Entwurf steht, "Wandel" oder vielleicht besser "Neuorientierung"? Darüber lässt sich trefflich und vor allem lange streiten. Ein theologisch äußerst versierter Synodaler echauffierte sich über den Halbsatz, dass das "Reich Gottes hier und heute anbrechen" solle. "Geht nicht", belehrte er seine Mitsynodalen, weil das Reich Gottes ja in Jesus Christus schon angebrochen sei. Darüber könne man nicht abstimmen, das sei Fakt.

Über andere Punkte wurde dagegen abgestimmt. Etwa über die bedeutende Frage, ob während einer Abstimmung ein Jingle laufen soll. Eine Mehrheit der Synodalen war dafür - allerdings keine Zwei-Drittel-Mehrheit. Im Klartext: keine musikalische Untermalung während der Abstimmung. Über 40 Änderungsanträge lagen dem Präsidium am Freitagmittag vor. Irgendwann machte einer den Vorschlag, nur noch eine Gegenrede pro Antrag zuzulassen. Fast alle stimmten zu. Trotzdem zog es sich.